Auch in dieser Woche empfehlen wir Ihnen vier längere Lesestücke, die die Gedanken über den Horizont des Tagesgeschäfts hinauslenken. Er war das Schmückedaheim des Bürgertums: die ledergebundene Ausgabe des Brockhaus. Eine Anschaffung, wenn nicht gar für das Leben, dann doch wenigstens für die Kinder, um sie durch Schule und Studium zu begleiten. Heute kann sich den Brockhaus jeder leisten, denn die Bände werden auf Internetauktionen für wenige Euro regelrecht verramscht. Aber sind Wikipedia und Google tatsächlich die zukünftige Quelle allen Wissens?

Wider dem Cyber-Analphabetismus

In der NZZ hat Manfred Schneider einen Kommentar verfasst, der zum Nachdenken über die Frage anregt, ob das Internet tatsächlich der Wissensspeicher der Welt sein kann.

These: Das Internet und gerade auch die Wikipedia sind aufgrund des dahinterstehenden Konzepts kein verlässlicher Wissensspeicher für Forschung und Lehre.

Bester Satz: "Wer behauptet, das Internet ersetzt vollständig die Bibliotheken, gehört zu den Schildbürgern, die meinen, keine Elektrizitätswerke zu brauchen, weil sie doch Steckdosen haben.

Markenführung: Billig kommt zu teuer

Das Handelsjournal widmet sich in einem längeren Stück aktuellen Trends der Markenführung und analysiert die Aktivitäten von Lidl, Aldi und Media Markt.

These: Der Konsument ist müde von der Schnäppchenjagd und sehnt sich inzwischen nach Qualität, Service und Glaubwürdigkeit.

Bester Satz: " Ob misstrauische Tierschützer, überzeugte Veganer oder besorgte Allergiker: Wenn es um die Bedürfnisse seiner Kunden geht, lässt Lidl mittlerweile nichts mehr unversucht, um auch die kompliziertesten Fragen zu Herkunft und Herstellung seiner Produkte zu beantworten."

Der Preis der Kreativität

In einem ursprünglich für die Wiwo verfassten Artikel geht die Autorin Lin Freitag der Frage nach, wodurch sich kreative Menschen auszeichnen, was sie kennzeichnet und worin vielleicht der Preis der Kreativität besteht.

These: Kreativität kann durch harte Arbeit positiv beeinflusst werden, ist aber auch eine Sache der genetischen Disposition. Für ihre Gabe zahlen Kreative aber teilweise einen hohen Preis. Unmoralisches Verhalten, aber auch eine Veranlagung zu psychischen Erkrankungen.

Bester Satz: " Für die meisten Menschen stellt Kreativität ein so rares und wertvolles Gut dar, dass sie geneigt sind bei denjenigen, die davon im Übermaß besitzen, milder zu urteilen."

Das Alpha-Gesetz

Die Welt am Sonntag (Print oder über Blendle) stellt die Ergebnisse einer Studie vor, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie ein hoher Frauenanteil in Führungspositionen in Unternehmen wirkt.

These: Ein hoher Frauenanteil in Unternehmensführung führt nicht zu einem sozialeren Unternehmen.

Bester Satz: "Die Chefs werden härter - Männer wie Frauen. In gemischten Führungsteams nimmt das Bemühen um gute soziale Beziehungen signifikant ab."