Trotz zwölf Preissenkungsrunden im vergangenen Jahr konnte der Dicounter Lidl seine Umsätze leicht steigern. Zu weiteren Expansionsplänen in Deutschland schweigt das Unternehmen allerdings.

Der zweitgrößte deutsche Discounter Lidl hat trotz harter Preiskämpfe mit Konkurrenten wie dem Branchenprimus Aldi seinen Umsatz gesteigert. Für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr 2009/10 werde damit gerechnet, dass die Erlöse "leicht über Vorjahresniveau" klettern, sagte eine Sprecherin am Freitag in Neckarsulm.

Sie bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Im Kalenderjahr 2009 hatte die Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch Kaufland und Handelshof gehören, einen Umsatz von rund 54 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Zahl der Lidl-Mitarbeiter lag bei mehr als 280 000. Ob Lidl in Deutschland weiter expandieren will, ließ das Unternehmen dem Medienbericht zufolge offen.

Nur geringe Zuwächse beim Marktanteil

Anfang Februar hatte die Nürnberger Marktforscher GfK Daten veröffentlicht, laut denen Lidls Marktanteil am 150 Milliarden Euro schweren Lebensmittelmarkt in Deutschland bei 9,8 Prozent verharre und in 2009 lediglich um 0,1 Prozent angewachsen sei. Der Erzrivale Aldi verlor laut GfK sogar Marktanteile, seine Bedeutung und schrumpfte von 19 auf 18,4 Prozent.

Am Mittwoch dieser Woche war zudem bekannt geworden, dass sich Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig in einem Brief für Mindestlöhne im Einzelhandel stark gemacht hatte. Daraufhin erklärte der Handelsverband HDE seine Absicht, bis 2011 ein Mindesteinkommen für die Handelsbranche einzuführen.

dpa, DH