Vertreter der Gewerkschaft Verdi haben künftig Zutritt zu Lidl-Filialen - allerdings unter strengen Voraussetzungen. Das sieht ein Vergleich vor, dem beide Parteien zugestimmt haben.

Ein gerichtlicher Vergleich beendete den Streit zwischen Verdi und Lidl über Gewerkschaftsarbeit in den Filialen des Discounters. Vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg in Stuttgart einigten sich beide Parteien auf Zutrittsbedingungen für Gewerkschaftsvertreter.

Nach dem Vorschlag des Gerichts, der von beiden Seiten angenommen wurde, dürfen zwei Verdi-Vertreter zweimal im Monat die Lidl-Läden besuchen, um Mitglieder zu werben. Sie dürfen sich mit den Mitarbeitern in den Verkaufsräumen maximal 30 Minuten unterhalten, zu Pausenräumen haben sie keinen Zutritt.

Der Besuch muss allerdings dem Geschäftsführer der jeweiligen Firmenuntergliederung drei Werktage zuvor per Fax gemeldet werden. Führungskräfte dürfen während der Gespräche nicht anwesend sei.

Entscheidung "richtungsweisend für andere Filialen"

Der Streit war über das Zugangsrecht für Verdi zu den 86 Filialen mit mehr als 1.200 Mitarbeitern in der Region Kirchheim unter Teck ausgebrochen. Nur eine der Filialen in der betroffenen Region hat laut Verdi einen Betriebsrat.

Das Arbeitsgericht Stuttgart hatte eine Klage der Gewerkschaft auf umfangreicheren Zugang im Dezember 2009 abgelehnt. Ein Verdi- Vertreter nannte das Ergebnis in der zweiten Instanz richtungsweisend auch für andere Filialen in Deutschland.