Pünktlich zum 10. Jahrestag seit der Einführung seines ersten Produktes mit dem Fairtrade-Siegel hat der Discounter Lidl von der Fairtrade-Organisation deren begehrten Nachhaltigkeits-Preis erhalten.

Lidl zählt heute in Deutschland zu den tragenden Säulen des inzwischen auf Milliardengröße angewachsenen Geschäfts mit dem Siegel, das neben menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen und zahlreichen sozialen Projekten zunehmend auch für ökologisch nachhaltige Wirtschaft steht.

 Als erster Händler in Deutschland führte Lidl 2006 bundesweit Fairtrade-zertifizierte Produkte unter der Eigenmarke Fairglobe ein und baute das faire Sortiment kontinuierlich aus. Zudem unterstützt Lidl regelmäßig Partnerprojekte in den Ursprungsländern. Seit 2014 gehört  das Unternehmen zu den ersten Partnern des Fairtrade-Kakao-Programms. Deshalb erhielt die Lidl Stiftung Co. KG den Award in der Kategorie „Handel“.

Kooperation von Fairtrade und der DFV-Mediengruppe/DER HANDEL

Den Preis überreichte Peter Esser, Geschäftsführer des Deutschen Fachverlags: „Die Sortimentsvielfalt und breite Verfügbarkeit öffnet den fairen Handel für eine breite Konsumentenschicht. So trägt Lidl maßgeblich zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation von Bauern und Arbeitern im globalen Süden bei“, so die Jury-Entscheidung.

Platz zwei ging an Rewe Boppard für aufmerksamkeitsstarke Kundenaktionen und den Einsatz für die Fairtrade-Town Kampagne in Boppard.

Platz drei erhielt die schweizerische Pakka AG: Sie verlagere Wertschöpfung in den Süden und fördert die Vermarktung der Nussprodukte auch vor Ort.

Daneben gab es noch weitere Awards: Gewinner in der Rubrik „Hersteller“ wurde die Fair Deal Trading GmbH mit ihrer Marke Ethletic. Ethletics sind die ersten Schuhe mit Fairtrade-Baumwollsiegel. Auch der erste Fairtrade-Fußball kommt von Fair Deal Trading. Kreative Produkte trotz kleinem Budget, Pionierarbeit vor Ort und Kundenbindung beeindruckten die Jury. 

Aus dem Bereich „Zivilgesellschaft“ wurde die "Faire Uni Saar" ausgezeichnet.

Publikumspreis für Riegelein

Die Confiserie Riegelein ist Trägerin des Publikumspreises 2016. Der Schokoladenhersteller, bekannt für sein vielfältiges faires Oster- und Weihnachtsschokoladensortiment, konkurrierte mit 20 Mitbewerbern um die Gunst des Publikums. Bei der Online-Abstimmung setzte sich Riegelein mit 2.506 Stimmen durch.

Erstmalig wurden in Berlin auch die Internationalen Fairtrade Awards verliehen. Die engagiertesten Kleinbauernorganisationen kommen aus Honduras, Kolumbien und Malawi. Die überzeugendsten Prämienkomitees stammen aus Äthiopien, Sri Lanka und Indien.

In der Mitte der Gesellschaft angekommen

"Fairer Handel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", war eine zentrale Botschaft der 6. Internationalen Fairtrade Conference, welche zuvor von Fairtrade Deutschland  gemeinsam mit DER HANDEL veranstaltet wurde.
In der Konferenz ging es um die Frage, wie sich Verantwortung in globalen Lieferketten durchsetzen lässt.
Dazu Dieter Overath, TransFair-Vorstandsvorsitzender:„Globale Lieferketten fair zu gestalten, ist eine Verantwortung aller Beteiligten. Für Händler und Hersteller steckt dahinter der Wunsch ihre Lieferketten zu sichern. Wir sind überzeugt, dass dies nur durch eine konkrete Verbesserung der Situation für die Kleinbauern und Arbeiter vor Ort möglich ist. Der Anbau muss attraktiver werden. Es ist nicht der Traum junger Menschen, uns für zwei Dollar am Tag Kaffee- oder Kakaobohnen zu pflücken."

Fairer Handel bekämpft Fluchtursachen

Dies ergänzt Andreas Huber, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome: „Fairer Handel schafft Perspektiven für die Menschen in benachteiligten Regionen. Damit trägt er aktiv zur Bekämpfung von Fluchtursachen bei. In Verbindung mit Klimaschutzprojekten der Produzenten macht Fairtrade nun einen wichtigen Schritt hin zu gelebter ökosozialer Marktwirtschaft."
Zu den Sprechern gehörte neben Managern von Ferrero, Lidl, Mars und Tchibo  auch  Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Er war federführend an den Verhandlungen beim Pariser Weltklimagipfel beteiligt: Flasbarth: „Mit dem Klimaabkommen von Paris und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen liegen uns zwei neue und umfassende Weltzukunftsverträge vor. Die große Aufgabe ist es nun, diese vom Papier in unser nationales und globales Wirtschaften und in unsere politische Agenda zu übersetzen. Der faire Handel ist Vorbild und Wegweiser, wie nachhaltige Entwicklung in der Praxis innovativ und partizipativ umgesetzt werden kann.“