Der erste deutsche Discounter prüft die Akzeptanz von Kreditkarten: Ab Dezember testet Lidl den Einsatz der Plastikkärtchen in sieben Filialen an der Grenze zu Frankreich.

Die Lebensmitteldiscounter, der Möbelhandel und die Elektrofachmärkte gelten bei der Kreditkartenakzeptanz bislang als "weiße Flecken" im deutschen Einzelhandel. Beharrlich verweigern sich diese Branchen den Disagien der Banken und Kreditkartenorganisationen.

Ab Dezember dieses Jahres testet Lidl nun als erster großer Discounter in Deutschland den Einsatz von Kreditkarten. "In sieben Filialen im grenznahen Bereich zu Frankreich werden wir zu Testzwecken Visa-Karten akzeptieren", erläutert Lidl-Sprecher Stephan Krückel gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Der Handel.

Entscheidung auf Basis der Testphase

Auf Basis der dortigen Erfahrungen werde man dann über eine etwaige Ausweitung der Kreditkartenakzeptanz entscheiden. Über die Dauer der Pilotphase sei noch keine Entscheidung getroffen. Getestet wird unter anderem in Kehl, Rust und Breisach.

Lidl startete im Jahr 2003 als erster Discounter mit der Akzeptanz von EC-Karten (heute Girocard), zwei Jahre später folgten auch die Konkurrenten Aldi Nord und Süd. Über den Dienstleister sowie den Acquirer für die Kreditkartenzahlungen macht Lidl keine Angaben. Die EC-Kartenzahlung bei den Neckarsulmern wickelt unter anderen der Netzbetreiber der Sparkassen-Finanzgruppe B+S Card Service ab.

Nach Zahlen des EHI Retail Institute betrug der Anteil der Kreditkartenzahlungen am Gesamtumsatz des deutschen Einzelhandels im vergangenen Jahr 5,2 Prozent. Insgesamt lag der Anteil der Kartenzahlungen bei 37,5 Prozent.

Spitzenreiter unter den Zahlungsmitteln im Handel ist laut der jährlichen EHI-Erhebung das Bargeld mit einem Anteil von 59,1 Prozent am Umsatz. Gemäß einer Studie der Deutschen Bundesbank werden zudem 80 Prozent aller Zahlungstransaktionen hierzulande bar abgewickelt.