Ungewöhnlich drastisch klang der Schritt: Lidl schmeißt Coca-Cola aus dem Sortiment. Das letzte Wort zur Auslistung scheint aber noch nicht gesprochen.

Eine Fußball-Weltmeisterschaft ohne Coca-Cola in Lidl-Regalen - traut sich das der Discounter aus Neckarsulm? Die braune Brause kommt womöglich doch zurück in die Lidl-Regale.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des Magazins "Focus" verhandeln Lidl und der Getränkeriese darüber, ob der Händler das Getränk wieder im Sortiment aufnehmen wird. "Der bisherige Liefervertrag ist ausgelaufen, nun geht es um die Anschlusskonditionen", berichtet "Focus" unter Berufung auf Branchenkreise.

Ein Lidl-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Coca-Cola blieb bei der Aussage von vergangenem Dienstag, als der geplante Verkaufsstopp bekanntgeworden war. Eine Sprecherin sagte, bislang habe man sich nicht mit Lidl auf ein Vermarktungskonzept einigen können.

Die Nachricht war als Eskalation im Preiskrieg des deutschen Einzelhandels gewertet worden. Eine Kultmarke wie Coca-Cola aus dem Laden zu verbannen, gilt als ungewöhnlich drastische Reaktion.

Coca-Cola geriet im Preiskrieg zwischen die Linien

Vor gut einem Jahr hatte der Discount-Marktführer Aldi begonnen, neben der billigen Eigenmarke auch Coca-Cola zu verkaufen. Konkurrenten wie Lidl oder Rewe hatten daraufhin regelmäßig mit Sonderangeboten die Preise für die Brause aus Atlanta gedrückt.

Die jüngste Entscheidung von Lidl war daher von Experten auch eher als Muskelspiel eingeordnet worden. So rechnete der Handelsexperte Matthias Queck vom Marktinformationsdienst Planet Retail nicht damit, dass der Rauswurf von Coca-Cola bei Lidl endgültig sei. Er hielt es für denkbar, dass der Händler es darauf ankommen lasse, ein paar Wochen ohne Coca-Cola dazustehen, um seine Macht zu zeigen.

Wie wichtig große Namen im vermeintlichen Billig-Sortiment der Discounter sind, machen zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) deutlich. Demnach verdienen Aldi, Lidl und Co. nur noch gut vier von zehn Euro im sogenannten Preiseinstiegsbereich.

Markennamen wie Coca-Cola können nach Einschätzung der Fachleute die Attraktivität für Kunden steigern und die Umsätze ankurbeln. Für starke Marken wechselt der Kunde auch schon mal das Geschäft. Im Gegensatz zu Aldi führt Konkurrent Lidl ein vergleichsweise breites Markensortiment.

dpa, DH