Lidl und Kaufland haben den Zuckerverkauf wegen der hohen Nachfrage in der Grenzregion im Osten Deutschlands rationiert. In Polen ist der Zucker mehr als doppelt so teuer wie in Deutschland.  

In Märkten der Schwarz-Gruppe würden Zuckerpakete gegebenenfalls nur noch in "haushaltsüblicher Anzahl" herausgegeben, sagte eine Lidl-Sprecherin in Neckarsulm. Eine konkrete Menge teilte sie jedoch nicht mit.

Die Zeitung "Heilbronner Stimme" nennt eine Menge von vier Kilogramm Zucker pro Kopf. Grund seien Hamsterkäufe in Grenznähe: Denn in Deutschland ist der Zucker viel billiger als beispielsweise in Polen.

Zucker werde in den zu Polen grenznahen Filialen verstärkt nachgefragt, betonte die Lidl-Sprecherin. "Grundsätzlich verfügen wir über eine ausreichende Menge Zucker. Wir bitten unsere Kunden jedoch, Zucker nur in haushaltsüblicher Anzahl einzukaufen." Für Lidl "steht die sichergestellte Versorgung unserer Kunden im Fokus und nicht die Aktivitäten auf Drittmärkten".

Auch Kaufland rationiert die Zuckerabgabe

Die ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörende SB-Warenhaus-Kette Kaufland verkauft nach ihren Angaben fünf Pakete pro Kunde. "Das ist aber schon seit mehreren Tagen so", sagte einer Sprecherin.

In den östlichen Grenzgebieten zu Deutschland war es in den vergangenen Wochen zu einer immer stärkeren Nachfrage gekommen. Die "Heilbronner Stimme" stellt folgenden Vergleich an: In Deutschland kostet Haushaltszucker derzeit um die 65 Cent pro Kilogramm. In Polen zahlten Verbraucher momentan zwischen 1,25 und 1,70 Euro dafür.

Auch andere Händler betroffen

Auch andere Lebensmittelhändler haben den Verkauf daher rationiert. "Wir beobachten seit mehreren Wochen, dass einige Kunden teilweise mehrere Dutzend Pakete Zucker kauften", sagte Rewe-Sprecher Andreas Krämer am Donnerstag in Köln.

Als Folge seien die Verkäufer in den Rewe- und Penny-Märkten inzwischen angehalten, nur noch "handelsübliche Mengen" abzugeben. Ähnlich verhält es sich laut der Nachrichtenagentur dpa in den Filialen von Real und Tengelmann.

Laut dem Unternehmen Südzucker ist Zucker allerdings nicht knapp geworden. "Der Weltmarktpreis ist mit rund 700 Dollar (480 Euro) pro Tonne allerdings sehr hoch", sagte ein Firmensprecher. In Europa gebe es grundsätzlich kein Problem.

Der Zuckermarkt in der EU ist streng reguliert. Die hier produzierte Menge darf insgesamt nur 85 Prozent des Versorgungsgrades erreichen, um Importe aus dem Ausland zu fördern.