Nachdem Greenpeace die Bekleidung von Discountern kritisiert hat, handelt nun Lidl: Der Discounter will künftig bei Produkten der Eigenmarken auf gesundheitsgefährdende Chemikalien verzichten.

Der Discounter Lidl verpflichtet sich, bis zum Jahr 2020 alle umwelt- und gesundheitsgefährlichen Chemikalien aus der Textilproduktion seiner Eigenmarken zu verbannen. "Lidl hat den Willen, dieses Ziel zu erreichen, und untermauert dies durch eine aktuell mit Greenpeace getroffene Vereinbarung", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Der globale Handelsriese Lidl mache einen gewaltigen ersten Schritt nach vorne, sagte Manfred Santen, Chemie-Experte bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Nun müssen Aldi, Penny, Tesco, Carrefour und Wal-Mart nachziehen."

Auch andere Händler ziehen mit

Lidl hatte schlecht abgeschnitten, als Greenpeace kürzlich Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien getestet hatte. Bei dem Test wurden die höchsten Schadstoffkonzentrationen laut Greenpeace in Schuhen gefunden. In allen der elf getesteten Kinderschuhen, überwiegend Plastiksandalen oder Clogs, wiesen die Labortests Schadstoffe wie Dimethylformamid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder 2-Phenyl-2-propanol nach.

Laut Greenpeace haben sich 21 international führende Modeunternehmen sowie sechs italienische Zulieferer gegenüber der Umweltschutzorganisation verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften. Namen nennt Greenpeace nicht.

In einem Discounter-Einkaufsratgeber attestierten die Umweltschützer Lidl auch Schwächen bei Rohstoffeinsatz, Wiederverwertbarkeit der Textilien und Sozialstandards in der Fertigung. Laut Greenpeace erwirtschaftet das in Neckarsulm ansässige Unternehmen allein mit dem Kleidungsgeschäft einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.