Es ist nicht allein die schiere Masse der Online-Bestellungen, die die Logistikbranche vor immer größere Herausforderungen stellt. Nicht nur beim Transport. Kleinere Stückzahlen bei immer kürzeren Lieferzeiten und der Zwang zu maximaler Verfügbarkeit erhöhen den Druck auf die Branche, effizientere Logistiksysteme mit einer fehlerfreien Kommissionierung schon im Lager bereitzustellen.
Für die Logistikdienstleister geht es dabei nicht nur darum, den wachsenden Herausforderungen Herr zu werden, sondern bei steigenden Qualitätsanforderungen der Kunden möglichst auch noch die internen Prozesskosten weiter zu senken, während man obendrein noch die zunehmend komplexen Erwartungen der Multichannel-Anbieter erfüllen muss. "Eine der größten Herausforderungen für die Supply Chain wird künftig die Kombination von Filialbelieferungen und E-Commerce sein", sagt denn auch Harrie Swinkels, Geschäftsführer bei SSI Schäfer Giebelstadt.

Automatisierung ist da ein wichtiges Stichwort. Nicht ohne Grund schaut die Branche neugierig darauf, welchen Nutzen Amazon aus seinen Kiva-Robotern zieht, die das Regal zum Kommissionierer bringen, und wann ein Einsatz in Deutschland startet. Amazon hatte den Hersteller Kiva 2012 für 775 Millionen US-Dollar erworben.


Doch auch hierzulande arbeiten die Logistiker an Detailllösungen für mehr Effizienz.

Das fängt schon bei Systemen an, die nicht so aufregend wie Roboter sind, gleichwohl aber enorm praktisch. So stellt SSI Schäfer auf der Intralogistik-Messe CeMAT mit der 3D-Matrix Solution ein System zur Lagerung und Kommissionierung von Behältern, Kartons und Tablaren vor, das den Lagerkubus als ein nach allen Seiten hin offenes System begreift und damit eine optimaler Raumdichte bieten soll und auch hinsichtlich Sequenzierung und Skalierbarkeit extrem flexibel ist.

Es muss ja ohnhin nicht immer gleich eine technische Lösung sein, die nach Roboter klingt. Auch bei herkömmlichen Shuttle-Modellen, wahrlich keine Neuheit in der Intralogistik, lassen sich mit dynamischen und energiesparenden Lösungen Kosten senken und die Effizienz steigern.

Der Großteil solcher Shuttles wird bekanntlich zur Versorgung von sogenannten Ware-zur-Person Arbeitsplätzen eingesetzt. Das spart Wegezeiten.

Mit der 3D-Matrix Solution von SSI Schäfer wird dieses Prinzip verfeinert und auf die Konzeption von Großanlagen übertragen. Beeline, Anbieter von Modeschmuck- und Accessoires, hat so den Durchsatz seines Logistikzentrums „um ein Vielfaches gesteigert“, so beeline-Gründer und Geschäftsführer Ulrich Beckmann. Die Anlage schafft nun Durchsätze von bis zu 10 Millionen Artikel pro Monat.

Und auch Roboter sind im Grunde  in der Intralogistik ja nicht neu. Einen Roboter, wenn es denn unbedingt etwas mit Roboter sein muss, bieten Dienstleister wie SSI Schäfer ja auch. Schon seit 2010. Für die vollautomatische Kommissionierung. Allerdings sieht der nicht so schick aus wie der Kollege von Kiva.




Foto oben: Dial B for Blog