An hoffnungsvollen Prognosen über die Zukunft des mobilen E-Commerce per Handy, Handheld-Computer usw. fehlt es nicht. An der Akzeptanz der Kunden und einer signifikanten Nutzung der neuen Möglichkeiten in der Gegenwart dagegen sehr.

An hoffnungsvollen Prognosen über die Zukunft des mobilen E-Commerce per Handy, Handheld-Computer usw. fehlt es nicht. An der Akzeptanz der Kunden und einer signifikanten Nutzung der neuen Möglichkeiten in der Gegenwart dagegen sehr. Von nennenswerten Umsätzen ganz zu schweigen. Eine zentrale Ursache für die mobile Flaute ist laut einer repräsentativen Studie der Bad Nauheimer Heyde AG das mangelnde Wissen der Konsumenten über die real existierenden mobilen Möglichkeiten: Weit über 50% der befragten Handy-Besitzer kennt die bereits verfügbaren Dienste und die technischen Fähigkeiten ihres mobilen Telefons nicht. Dagegen gaben nur 25 % der knapp 1.300 von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragten Konsumenten an, generell kein Interesse an M-Business zu haben.

Das Interesse an neuen mobilen Dienstleistungen ist laut der Studie also durchaus vorhanden, aber offensichtlich haben es die Anbieter bisher nicht geschafft, potenzielle Kunden über ihre Services und Technologien ausreichend zu informieren. "Jeder in der Industrie scheint auf irgend etwas zu warten: neue Zugangsgeräte, neue Infrastrukturen, neue Netze oder gar die ,Killeranwendung, wertet Dr. Hans Bötzow, Mitglied der Geschäftsleitung der Heyde AG, die derzeitige Situation. "Die Ergebnisse der Umfrage deuten klar darauf hin, dass durch diese Warte-Haltung Chancen vergeben werden. Der Bedarf ist da - jetzt sind die Anbieter gefragt, neue, intelligente Mobilservices anzubieten und diese überzeugend zu kommunizieren", so Bötzow weiter.


Geringe Akzeptanz von neuen Abrechnungsmethoden

Die Skepsis beziehungsweise das mangelnde Verständnis der Konsumenten für die Chancen und Möglichkeiten des M-Business spiegelt sich auch in der geringen Akzeptanz von neuen Abrechnungsmethoden wider. Im Gegensatz zu bekannten Leistungen wie etwa Kontoführungsgebühren, werden neue mobile Services wie Börsenkurse oder lokale Wetterberichte nur selten als Dienstleistungen mit definiertem Preis begriffen. Die Befragten bevorzugen zu annähernd 60% das gelernte, vom Telefon und Internet bekannte, zeitabhängige Abrechnungssystem. An zweiter Stelle mit knapp über 20% rangiert die Abrechnung nach der übertragenen Datenmenge. Weniger als ein Fünftel der Befragten würde Festpreise für mobile Dienstleistungen bevorzugen.


Werbefinanzierung - Nein Danke

Die Rolle von Werbung als Teil der Finanzierung von mobilen Services sollte nicht überschätzt werden. Denn ganz oder teilweise werbefinanzierte Dienstleistungen haben laut der Heyde-Studie nur geringe Erfolgschancen: Über 60% der Konsumenten lehnen den Empfang jeglicher Werbung auf ihren mobilen Geräten strikt ab. Ganz schlecht stehen die Chancen für ortsabhängige Werbung. So wären beispielsweise nur drei Prozent der Neueinsteiger bereit, eine auf ihren aktuellen Aufenthaltsort zugeschnittene Werbung zu akzeptieren. Lediglich zwölf Prozent könnten sich mit dieser Art der Werbung bei damit verbunden Preisnachlässen auf die beworbenen Produkte oder Dienstleistungen anfreunden. Nur wenig besser schneidet die personalisierte, auf die Vorlieben des Nutzers abgestimmte Werbung ab: Acht Prozent würden diese profilabhängige Werbung akzeptieren, bei damit verbundenen Preisnachlässen steigt diese Zahl auf etwa 14%. Die Konsumenten stünden den neuen, gezielten Werbeformen also insgesamt noch sehr misstrauisch gegenüber. Die Furcht vor dem Missbrauch von persönlichen Daten sei ausgeprägt.


Sättigung früher als prognostiziert - Handys sind zu technisch

Entgegen vielen Prognosen ergab die Untersuchung von Heyde und GfK, das der Markt für Mobiltelefone bereits näher an einem Sättigungspunkt ist, als erwartet. Knapp 56% der Befragten haben noch kein mobiles Telefon, aber nur etwa zehn Prozent dieser Gruppe plant eine Anschaffung im Jahr 2001. Das absolute Wachstum für 2001 beträgt danach nur sechs Prozent von derzeit 44,2% auf knapp über 50%. Die Schere zwischen Technik-Begeisterten und an Technik weniger interessierten klafft dabei enorm auseinander: Über 80% der an Technologie und neuen Trends interessierten Personen werden Ende des Jahres 2001 ein mobiles Telefon besitzen. Bei den weniger Interessierten beträgt dieses Zahl nur 22%. Es ist also davon auszugehen, dass die "Technik-Abstinenzler" von immer neuen technischen Features bei mobilen Geräten eher abgeschreckt als angesprochen werden. Um diese Zielgruppe - knapp 50% der über 14jährigen - als potentielle M-Business-Kunden zu gewinnen, müssen Produkte, Dienstleistungen und Kommunikationsmaßnahmen sehr viel stärker den Nutzen für die Anwender fokussieren.


Zur Studie

Die repräsentative Studie wurde im Februar 2001 von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, im Rahmen einer Mehrthemenuntersuchung durchgeführt. Befragt wurden 1.240 Personen zwischen 14 und 90 Jahren. (DS)


FIRMENPROFIL:

Die Heyde AG, internationale IT-Dienstleistungsgruppe mit Hauptsitz in Bad Nauheim, bietet ein ganzheitliches Leistungsangebot von der Strategieberatung über Standard-Software und Web Technology bis zur klassischen Systemintegration. Durch diesen "One-stop-shopping"-Ansatz ist eine rasche und professionelle Umsetzung integrierter IT-Lösungen gewährleistet. Das Unternehmen konzentriert sich im wesentlichen auf die Marktbereiche "Financial Services" (Banken, Versicherungen), "Supply Chain" (Logistiklösungen, Warehouse Management, E-Business) sowie "Telco & Media" (Telekommunikation, Medien). Die Heyde AG gehört nach zu den 500 am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas. Derzeit werden über 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 2000 erwirtschaftete die Heyde-Gruppe einen Umsatz von 341 Mio DM bei einem operativen Ergebnis von 3,0 Mio. DM (vorläufige Zahlen, Stand: 25.2.2001).

KONTAKT:

Heyde AG
Dr. Michael Raffel
Leiter Unternehmenskommunikation
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