Die Entwicklung von Mobile-Business-Lösungen ist bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Trotzdem sprechen zahlreiche Faktoren für ein kräftiges Wachstum in den kommenden Jahren.

Verbesserte Endgeräte, mehr Anbieter und die Verfügbarkeit von GPRS und HSCSD treiben die Mobilisierung der Unternehmens-IT voran. Berlecon Research erwartet eine kräftige Entwicklung des deutschen Marktes für Mobile-Business-Lösungen. Bis 2005 rechnen die Berliner Wirtschaftsforscher mit einem Anstieg des Marktvolumens auf 1,5 bis 1,9 Mrd. Euro. Hemmender Faktor ist nach Ansicht von Berlecon derzeit die Unsicherheit über die zukünftige Konjunkturentwicklung.

Die aktuelle Studie "Mobile-Business-Lösungen für Unternehmen: Der deutsche Markt vor dem Durchbruch?" zeigt, dass sich die Angebotssituation am Markt in den letzten Monaten deutlich verbessert hat. Im Vergleich zum Sommer 2001 ist die Zahl der Marktakteure damit um mehr als 50% gestiegen. Waren im vergangenen Jahr Mobile-Business-Spezialisten noch die Hauptakteure am Markt, dominieren jetzt die etablierten Anbieter klassischer Anwendungssoftware, die ihre Produkte um Module für die mobile Anbindung erweitert haben. "Besonders kleine Unternehmen, die reine Mobile-Business-Lösungen anbieten, müssen sich ins Zeug legen, um sich im Markt neben den großen, etablierten Softwareherstellern behaupten zu können", sagt Dr. Thorsten Wichmann, Geschäftsführer von Berlecon Research. Sie müssten ihren Kunden entweder einen deutlichen Mehrwert durch Fokussierung oder Individualisierung bieten oder aber frühzeitig Kooperationen mit großen Anbietern anstreben.

Auch wenn die Entwicklung von Mobile-Business-Lösungen bisher noch hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, sprechen nach Angaben von Berlecon zahlreiche Faktoren für ein kräftiges Wachstum in den kommenden Jahren. "Zum einen hat die Markteinführung neuer Smartphones und verbesserter HSCSD- und GPRS-fähiger Endgeräte frischen Wind in den Markt gebracht. Mit diesen Geräten können die Mitarbeiter über das Mobilfunknetz schneller und komfortabler auf das Unternehmensnetz zugreifen, was Mobile-Business-Lösungen attraktiver macht", erläutert Wichmann. Zum anderen bestehe auf Nachfragerseite zunehmender Bedarf an der Mobilisierung von Unternehmens-IT, nicht zuletzt bedingt durch die steigende Mobilität der Arbeit und die wachsende Kundenorientierung der Unternehmen. Berlecon geht davon aus, dass bis 2006 alle deutschen Großunternehmen und 40% der kleinen Unternehmen bis 2009 ihren Mitarbeitern den mobilen Zugriff auf Teile ihrer IT-Systeme ermöglichen werden.

Gebremst wird die Entwicklung nach Ansicht der Berliner Wirtschaftsforscher derzeit noch von der gesamtwirtschaftlichen Situation, was in 2002 auch für diesen Markt ein verhaltenes Wachstum zur Folge haben wird. Sobald die konjunkturellen Unsicherheiten beseitigt seien und die allgemeine Investitionsbereitschaft wieder ansteige, werde die Entwicklung jedoch anziehen. Bis 2005 rechnet Berlecon Research mit einem Anstieg des Marktvolumens auf 1,5 Mrd. Euro im konservativen Szenario, die optimistische Schätzung liegt bei 1,9 Mrd. Euro. (ST)


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