Die Kooperation für Küchen- und Möbelfachhändler, MHK AG, konnte auch 2010 zulegen - trotz Einbußen im Auslandsgeschäft. Die Verbundgruppe plant den Aufbau neuer Märkte und Geschäftsfelder.

Die MHK AG, eine Verbundgruppe von rund 2.000 Küchen- und Möbelfachhändlern, konnte ihre Umsätze im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro steigern. Im Inland wuchs der Umsatz der rund 1.931 Anschlusshäusern im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent.

"Nach einem Wachstum von 10,5 Prozent in 2009 ist das ein erstklassiges Ergebnis", sagte Hans Strothoff, MHK-Vorstandsvorsitzender, heute vor Journalisten in Frankfurt am Main. Auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien die Umsätze der MHK-Anschlusshäuser abermals zweistellig gewachsen.

Jedes zweite Küchenfachgeschäft ein MHK-Haus

Jedes zweites Küchenfachgeschäft in Deutschland gehört nach Angaben des Unternehmens inzwischen zu den Gesellschaftern der 1980 gegründeten Kooperation, die unter anderen die Marken musterhaus küchen, Reddy, Küchenliga und WK Wohnen betreibt.

Während sich die Wirtschafts- und Finanzkrise in den Auslandsmärkten Holland und Spanien mit Umsatzrückgängen von jeweils rund 5 Prozent noch deutlich bemerkbar machte, zeigten sich die Erlöse der MHK-Häuser in Belgien, Österreich und der Schweiz laut MHK-Gründer Strothoff stabil. Insgesamt summierten sich die Umsatzeinbußen im Auslandsgeschäft auf 1,8 Prozent.

Markteintritt in England und Frankreich bis 2010

Strothoff will die Auslandsexpansion des Verbundes in den kommenden Monaten weiter forcieren: "Wir bereiten derzeit sehr intensiv den Markteintritt in Frankreich und England vor. Es könnte aber auch noch bis 2012 dauern, bis wir den Schritt wagen, wir prüfen die Märkte sehr intensiv".

Die durchschnittliche Küche im MHK-Franchiseformat Reddy kostet mit 6.070 Euro rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Die musterhaus küchen-Fachhandelspartner des MHK konnten mit einem Durchschnittspreis von 11.127 Euro 7,7, Prozent mehr als noch 2009 erlösen.

"Die Küchen sind wertiger geworden. Die Verbraucher sind zwar nach wie vor preissensibel, legen jedoch auch Wert auf Qualität und Energieeffizienz", fasste Strothoff zusammen. "Der Trend geht weg vom Discount und Großfläche, hin zum Fachhandel", so Strothoff.

Neues Geschäftsfeld Sanitär und Haustechnik

Mit der im Herbst 2010 gegründeten "interdomus Haustechnik" will der MHK ein neues Geschäftsfeld im Bereich der mittelständischen Sanitär- und Heizungsbetriebe erschließen, die über eigene Ausstellungsräume verfügen. In Holland übernahm man dazu den Einkaufsverband "Bad & Body".

"Unser Ziel ist die Marktführerschaft in dieser Branche innerhalb der nächsten drei Jahre zu erobern", erläuterte MHK-Vorstandsmitglied Werner Heilos.

Sorge bereitet der MHK-Führung die zunehmende Konzentration auf der Industrieseite, die es dem Küchenfachhandel erschwere, sich gegen Großflächenanbieter zu differenzieren.

"Im Küchenbereich teilen sich fünf Anbieter 80 Prozent des Marktes, im Elektrogerätebereich sind es mit BSH, AEG-Elektrolux und Miele im Grunde nur noch drei", so Strothoff. Der Aufbau von Handelsmarken gewinne für Händler und Verbundgruppen daher als Gegenstrategie an Bedeutung.

Foto: MHK AG
Foto: MHK AG
Die Vertriebskonzepte Designo Möbel und Creatis stellte der MHK ein. Designo Möbel habe gegen die Großflächenanbieter der Branche keine Chance gehabt und die Verbundsparte Creatis für individuelle Küchenbauer habe sich ebenfalls nicht gerechnet, so Strotthoff. Der MHK verlor daher in Deutschland 2010 insgesamt 89 Handelspartner, während man im Ausland 12 Mitglieder hinzugewinnen konnte.

Neue Medien im Verbund

Auch für die Küchenfachgeschäfte spielt das Internet eine zunehmend wichtige Rolle. Jedes dritte MHK-Mitgliedsunternehmen erwägt laut einer aktuellen Umfrage die Gründung eines Online-Shops, einige haben bereits eine Dependance im Netz eröffnet.

Aber nicht nur als Vertriebskanal, sondern als Kommunikationsweg zum Kunden sei das Netz für die mittelständischen Händler bedeutsam, hob MHK-Vorstand Dr. Daniel C. Schmid hervor.

"Früher hat ein zufriedener Kunde, seine Erfahrungen drei potenziellen Kunden mitgeteilt, heute sind es dank Facebook und Twitter 30", so Schmid. "Ein unzufriedener Kunde teilte seine Enttäuschung früher 10 potenziellen Kunden mit, heute sind es 100". Auf diese Entwicklung müsse der Fachhandel und seine Verbundgruppen antworten finden.