Das Oberlandesgericht München möchte den Machtkampf bei Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn an ein Schiedsgericht verweisen.

Nach vorläufiger Einschätzung des Senats müsse zunächst das im Gesellschaftervertrag für Streitigkeiten vorgesehene Schiedsgericht über die Sperrminorität des Firmengründers Erich Kellerhals entscheiden, sagte der Senatsvorsitzende Hartmut Fischer.

Die Metro AG hält 75 Prozent an Media-Saturn und will das Vetorecht von Kellerhals bei allen wichtigen Fragen kippen. In der Gesellschafterversammlung von Media-Saturn braucht die Metro für alle wichtigen Weichenstellungen die Zustimmung von Kellerhals, der 22 Prozent der Anteile hält.

Metro und Kellerhals werfen sich aber gegenseitig vor, wichtige Entscheidungen etwa über die Expansion nach China oder ein eigenes Internet-Angebot der Elektronikketten verzögert zu haben.