Im Mai wird der Aufsichtsrat von Karstadt über die Zukunft des Unternehmens beraten. Zentraler Punkt ist dabei die Aufteilung des Warenhausbetreibers.

Karstadt-Investor Nicolas Berggruen muss mit der geplanten Aufteilung der Essener Warenhauskette noch warten. Bei einer Sitzung am Donnerstagabend gab der Karstadt-Aufsichtsrat zunächst noch kein Einverständnis für die Umsetzung der Pläne, die der Investor bereits bei seinem Einstieg im vergangenen Jahr vorgelegt hatte.

Eine Aufteilung Karstadts in die Segmente Premium, Sports und Warenhaus soll jetzt erst auf einer folgenden Sitzung im Mai besprochen werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Hintergrund sei ein Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz, der nach dem überraschenden Rückzug von Rewe-Chef Alain Caparros neu besetzt werden musste.

Nach dem Rücktritt von Caparros führt nun der langjährige Berggruen-Vertraute Jared Bluestein den Aufsichtsrat. Der Manager vertritt die Interessen der Berggruen-Holdings bereits seit mehr als 15 Jahren. Daneben wurde Berggruen-Finanzchef Thomas Crawford zum neuen Aufsichtsratsmitglied bestellt.

Gewerkschaft meldet Gesprächsbedarf an

Der neue Aufsichtsratschef wurde mit den Worten zitiert, er wolle "einen offenen und vertrauensvollen Dialog mit den Mitarbeitern initiieren und die enge Kooperation zwischen Management und Mitarbeitern fördern".

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi wies auf einen noch "bestehenden Gesprächsbedarf" bei der Umsetzung der geplanten Aufteilung hin. Es gehe unter anderem darum sicherzustellen, dass Karstadt als wirtschaftliche Einheit erhalte bleibe. Berggruen habe jedoch von Anfang an klar gemacht, dass er die Aufteilung wünsche.

Ziel der geplanten Aufteilung sei es, dass sich die Einheiten unabhängig voneinander entfalten könnten, sagte der Investor in einem Zeitungsinterview.