Der Karstadt-Investor Beny Steinmetz ist ein israelischer Diamanten-Milliardär. Bescheiden ist er nicht, aber gibt auch nicht gerne Interviews.

Bescheidenheit ist nicht die Sache des Diamanten-Milliardärs Beny Steinmetz. "Nur der Himmel ist die Grenze", dieser Satz gelte nicht für ihn, heißt es auf seiner persönlichen Webseite. Denn für ihn sei der Himmel höchstens der Anfang, geht es weiter. Der 57-jährige Israeli hat einiges erreicht: "Forbes" schätzt sein Vermögen auf umgerechnet etwa 3 Milliarden Euro. Die Zahlen sind zwar nur Schätzungen, doch das New Yorker Wirtschaftsmagazin gilt als gut informiert.

Eines von Steinmetz' Unternehmen, die BSG-RE, ist nach Angaben des Karstadt-Premium- und Karstadt-Sport-Mehrheitseigentümers Signa aus Österreich, "seit fast einem Jahr einer von zahlreichen Investoren bei der Signa-Gruppe". Dies sei Anfang 2013 auch in einer Pressemitteilung veröffentlicht worden. Damit reagierte das Unternehmen auf einen Bericht des "Manager Magazin", wonach Steinmetz erst jetzt bei Karstadt einsteigen werde.

Familienbetrieb Diamantenhandel

Schon der Vater des am 2. April 1956 in Netanja geborenen Steinmetz betrieb einen Diamanten-Handel. Als junger Mann baute Steinmetz dann von Antwerpen aus eines der wichtigsten Unternehmen der Branche, die Steinmetz Diamonds Group, auf. Zudem investierte er später weltweit in Rohstofflagerstätten, erwarb Minen, kaufte Immobilien, stieg in das Gas- und Erdölgeschäft sowie in die Investmentbranche ein. Das Imperium wachse "immer weiter", heißt es auf der Webseite.

Verschachteltes Firmenimperium

Unumstritten ist der inzwischen mit seiner Familie in Genf lebende Steinmetz allerdings nicht. Er spreche nur selten mit der Presse und sein Firmenimperium sei derart verschachtelt, dass es nur schwer überschaubar sei, schrieb der "New Yorker" im Juli. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda Ende Oktober berichtete, wurde Steinmetz von der Genfer Justiz vernommen, was sein Anwalt auch bestätigt habe. Hintergund: Bei der Erlangung des Schürfrechts seiner Bergbaugruppe BSG (Beny Steinmetz Group) Resources im westafrikanischen Guinea soll Korruption im Spiel gewesen sein.

In einem seiner seltenen Interviews deutete er im Gespräch mit der "Financial Times" 2012 an, dass bei Investitionen in instabilen und wenig entwickelten Ländern zum Teil mit harten Bandagen gekämpft werde: "BSGR geht diese Chancen aggressiv an. Man muss da ganz praktisch vorgehen. Es ist nicht einfach. Und man muss sich die Hände schmutzig machen."