An diesem Freitag tagt der Metro-Aufsichtsrat. Dabei fallen wieder Personalentscheidungen - das betrifft auch den Posten des Finanzchefs. Der Kandidat ist im Konzern bekannt. Eine weitere Führungskraft geht.

Beim Handelskonzern Metro steht zum Jahreswechsel ein umfangreiches Stühlerücken in der Chefetage bevor. Der Aufsichtsrat wolle an diesem Freitag über einen neuen Finanzvorstand beraten, hieß es am Donnerstag in Unternehmenskreisen.

Der Nachfolger von Olaf Koch, der zum 1. Januar 2012 zum Vorstandsvorsitzenden der Metro AG aufsteigt, kommt voraussichtlich aus dem eigenen Haus.

Gute Chancen für die Nachfolge von Koch als Finanzchef werden Mark Frese zugerechnet, dem Finanzchef der Metro-Großhandelstochter in Europa. Frese ist seit 1994 im Konzern. Er war auf verschiedenen leitende Positionen bei der Warenhaustochter Kaufhof und der Metro AG tätig. Vor seinem gegenwärtigen Job war er Leiter des Konzern-Controllings der Metro.

Neuer Kommunikationschef gesucht

Neben Vorstandschef Eckhard Cordes wird auch Kommunikationschef Michael Inacker die Metro Group zum Jahresende verlassen. Inacker wolle sich beruflich neu orientieren, teilte Metro am Donnerstag mit.

Darüber hinaus habe er darauf hingewiesen, dass er während der monatelangen, teilweise heftig geführten Diskussion um die Metro-Führungsspitze als Kommunikationsverantwortlicher des Unternehmens auch persönlich sehr exponiert gewesen sei.

"Ich halte es für wichtig, dass der neue Vorstandsvorsitzende, Olaf Koch, einen Neubeginn gestalten kann, der unbelastet ist von den Debatten der jüngsten Zeit", erklärte Inacker.

Ende der Führungskrise

Vor vier Wochen hatte der Aufsichtsrat in einer Sondersitzung die Führungskrise bei Metro beendet. An die Spitze des Aufsichtsrates rückte mit Franz Markus Haniel ein Mitglied der Industriellenfamilie. Die Haniel-Gruppe ist größter Anteilseigner der Metro AG. Zudem wurde Koch zum neuen Vorstandschef bestimmt.

Die Führungskrise war im Sommer vor allem deswegen aufgekommen, weil intern darüber gestritten wurde, ob der Vertrag von Cordes verlängert werden sollte.

Zur Metro AG gehören die Metro-Großhandelsmärkte, die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real sowie Kaufhof. Für die Warenhauskette hatten die österreichische Immobilienfirma Signa, der Karstadt-Besitzer Nicolas Berggruen und ein Konsortium um den Handelsmanager Wolfgang Urban Interesse bekundet.

Eine Entscheidung zum Verkauf der Metro-Warenhaustochter Kaufhof gilt für Freitag als eher unwahrscheinlich. Erwartet wird, dass der Metro-Vorstand den Aufsichtsrat über die vorliegenden Angebote für Kaufhof informiert.