Nach Verdi fordert nun auch ein namhafter Markenhersteller öffentlich Investitionen von Karstadt-Eigentümer Berggruen. Ein Nachfolger für Andrew Jennings soll bereits gefunden sein.

Vor der Aufsichtsratssitzung beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt hat die Gewerkschaft Verdi noch einmal Investitionen von Eigentümer Nicolas Berggruen gefordert.

Berggruen müsse zudem die Tarifflucht des Unternehmens zurücknehmen, sagte die für den Handel in NRW zuständige Verdi-Bereichsleiterin Silke Zimmer am Donnerstag im WDR-Hörfunk.

Doch nicht nur die Gewerkschaft, auch ein namhafter Markenhersteller fordert inzwischen öffentlich ein finanzielles Engagement des Karstadt-Retters: "Es ist ein Problem, dass nichts investiert wird, auch nicht vom Eigentümer Berggruen, das muss sich dringend ändern", sagte Mark Bezner, geschäftsführender Gesellschafter des Hemdenherstellers  Olymp der "Süddeutschen Zeitung".

Der "Investitionsstau", der in zahlreichen Karstadt-Filialen herrsche, müsse aufgearbeitet werden, forderte Bezner. Anders als bisher müsse sich Karstadt wieder auf bekannte Marken konzentrieren. "Die Leute müssen kennen, was sie kaufen sollen", sagte er. Der zum Jahresende ausscheidende Konzernchef Andrew Jennings hatte auf neue, in Deutschland bisher unbekannte Modemarken gesetzt.

Bei der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung am heutigen Donnerstag Nachmittag wollen die Arbeitnehmervertreter auch über den bevorstehenden Chefwechsel bei Karstadt reden. Karstadt hatte am vergangenen Wochenende den Abgang von Konzernchef Andrew Jennings zum Jahresende 2013 überraschend bestätigt.

Das Handelsblatt bringt heute Thomas Fox als potenziellen Nachfolgekandidaten für Jennings ins Spiel. Er hatte den Warenhauskonzerns bereits von 2009 bis 2011 geleitet und sich später an der Sanierung der angeschlagenen Baumarkt-Kette Praktiker versucht.