Bei der Suche nach Optimierungspotenzial für die  Konversionsrate im Shop verlieren sich nicht wenige Händler in Detailfragen.

Dann werden Schaltflächen und Bilder ausgetauscht und mit Spezialtools der Erfolg der Varianten ermittelt. Das kann durchaus sinnvoll sein, wenn die Basisarbeiten erledigt sind. Aber wie sich im Redaktionsalltag immer wieder zeigt, hapert es gar nicht selten genau daran.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Das schöne deutsche Sprichwort trifft durchaus auch auf Bemühungen im Online-Marketing zu, wenn an vielen kleinen Stellschrauben eifrig gewerkelt wird, aber die Grundlagen eines erfolgreichen Shops vernachlässigt werden.

Dazu gehören diese 5 Techniken:

1. Site-Geschwindigkeit verbessern

Google sieht in der Antwortzeit einer Seite ein Ranking-Kriterium. Das steht außer Frage. Aber wie beispielsweise eine Umfrage von Akamai bereits vor einigen Jahrenherausgefunden hat, ist Geschwindigkeit auch für die Kunden wichtig.

  • Fast die Hälfte der Nutzer erwartet, dass sich der Shop binnen zwei Sekunden aufbaut.
  • Und die Kunden tendieren dazu, sich einem anderen Anbieter zuzuwenden, wenn sich nach drei Sekunden immer noch nichts getan hat.

Die Verbesserung der Ladegeschwindigkeit kann bereits mit wenigen Mitteln verbessert werden:

  • Wechsel des Hosting-Anbieters: Vielleicht kann der Provider einfach nicht mehr Leistung anbieten? Oder das gebuchte Hosting-Paket ist unterdimensioniert? Ein Wechsel kann hier etwas bewirken.
  • Der Einsatz eines Content Delivery Networks (CDN) beschleunigt die Übertragung von Grafiken und auch Code.
  • Bilder sollten komprimiert und alle Möglichkeiten des Servers ausgeschöpft werden, Inhalte über einen Zwischenspeicher auszuliefern.

2. Geben Sie einer Seite ein Hauptthema

Auf jeder Seite sollte nur ein Thema gespielt werden. Die Kunst besteht darin, den Inhalt so zu transportieren, dass der Nutzer es auch binnen weniger Sekunden erfasst. Schließlich gelangend die meisten Kunden wahrscheinlich über eine Suchanfrage oder bezahlte Anzeige zu ihnen. Und diese müssen dann auch unmittelbar den Eindruck gewinnen, dass der Inhalt zur Suche passt.

Wenn die Seite also den Zweck hat, Abonnenten für einen Newsletter zu gewinnen, dann platzieren Sie dort keine weiteren Botschaften, sondern stellen Sie den Newsletter in den Mittelpunkt.

3. Der beste Content gehört nach oben

Tolle Stimmungsbilder sehen gut aus. Aber sie verschwenden Platz. Nach wie vor müssen Sie die Aufmerksamkeit des Nutzers zuerst im sichtbaren Bereich der Seite gewinnen. Above the fold, wie die Designer sagen. Sehen Sie sich als Beispiel eine Detailseite bei Amazon an. Alle wesentlichen Informationen inklusive der Bestellmöglichkeit sind am oberen Rand platziert. Blättert der Kunde weiter, dann haben Sie bereits seine Aufmerksamkeit gewonnen.
Bei Amazon sind alle wesentlichen Informationen zu einem Artikel "Above the fold" untergebracht.
© Screenshots vom Autor
Bei Amazon sind alle wesentlichen Informationen zu einem Artikel "Above the fold" untergebracht.

4. Formularfelder reduzieren

Vereinfachen, vereinfachen, vereinfachen - das gilt für alle Formulare auf Ihrer Site und gerade auch in Hinblick auf Nutzer von mobilen Geräten. Unterscheiden Sie unbedingt zwischen den Informationen, die Sie mindestens benötigen, um eine Transaktion mit dem Kunden durchzuführen. Und solchen Daten, die Sie vielleicht aus Marketinggründen gerne hätten, die aber eigentlich nicht notwendig sind.

Der Nutzer muss das Gefühl behalten, dass alles ganz einfach und schnell bewältigt werden kann. Wenn mehr als fünf Eingaben zu machen sind, dann spalten Sie das Datensammeln im mehrere Schritte auf.
Liefery arbeitet zwar mit einem Stimmungsbild, aber die wesentlichen Botschaften befinden sich im oberen Teil der Seite. Und die Beschriftungen der Buttons sind eindeutig.
© Screenshots vom Autor
Liefery arbeitet zwar mit einem Stimmungsbild, aber die wesentlichen Botschaften befinden sich im oberen Teil der Seite. Und die Beschriftungen der Buttons sind eindeutig.

5. Call to Action eindeutig benennen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen lassen beim Abschluss eines Warenkorbs wenige Gestaltungsspielraume. "Jetzt kostenpflichtig bestellen" ist ein Klassiker für die Beschriftung eines Schalters und damit eine eindeutige Handlungsaufforderung an den Kunden. Aber ein Formular, das ein Newsletterabo abschließt, sollte nicht einfach mit "Absenden" beschriftet sein. "Jetzt Vorteile sichern" klingt viel positiver und eindeutiger. Der Text sollte gleichermaßen den Nutzer darüber informieren, was im Anschluss passiert und auch dazu ermuntern den Schalter auch zu drücken.


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