In die Entwicklung einer mobilen App sind viel Enthusiasmus der beteiligten Abteilungen und große Ambitionen des Unternehmens geflossen. Umso enttäuschender, wenn sich die Erwartungen an den neuen Kanal zum Kunden so gar nicht erfüllen. Schnell installiert und genauso schnell wieder gelöscht - so kann es beim Nutzer gehen. Um die Kunden bei der Stange zu halten, haben wir für Sie ein paar Hinweise.

Einfacher Einstieg

Eine der wichtigsten Hürden haben Händler erfolgreich genommen, wenn der Kunde die App überhaupt installiert. Denn unter der Masse der Angebote in den Stores müssen Beschreibung, Nutzen und Bildmaterial der App schon überzeugen.
Zalando macht es mit seiner App vor. Wichtig sind Benutzerführung und einfaches On-Boarding.
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Zalando macht es mit seiner App vor. Wichtig sind Benutzerführung und einfaches On-Boarding.
Doch nach der erfolgreichen Übertragung des Programms beginnt dann schon die zweite kritische Phase. Denn der Kunde wird die App auch gleich ausprobieren wollen. Deswegen ist es enorm wichtig, ihm den Einstieg, das On-Boarding, zu erleichtern.

Das kann etwa ein Assistent sein, der bei der Einrichtung hilft, eine kurze Sequenz von Bildern, die den Einstieg erklären oder aber auch bereits erste Informationen abfragen. So werden in Mode-Apps gern zunächst ein paar persönlichen Vorlieben ermittelt. Der Nutzer muss sich aufgehoben fühlen und gleich mit der App zurechtkommen. Dann steigen die Chancen, zu den 20 Prozent der Programme zu gehören, die nicht gleich nach wenigen Stunden wieder gelöscht werden.

Push-Mitteilungen nutzen

Es wird immer Nutzer geben, die das Angebot, Push-Mitteilungen zu erhalten, gleich während der Installation deaktivieren. Die Vorteile der Benachrichtigungen sollten auch deutlich in der App kommuniziert werden. Wie Untersuchungen immer wieder zeigen fördern Push-Nachrichten die Loyalität der Nutzer zur App selbst. Mit anderen Worten: Wer sich per Push informieren lässt, ist an den Angeboten tatsächlich interessiert und wird die App auch nutzen.

Wie bei allen Kommunikationskanälen gilt aber gerade für Push, dass er sich schnell abnutzt, wenn er zu häufig verwendet wird. Versenden Sie eine Mitteilung an den Kunden also tatsächlich nur dann, wenn es ein besonderes Angebot oder einen nachvollziehbaren Anlass gibt.

E-Mail-Marketing einsetzen

Nicht nur um die Kunden zu erreichen, die Push-Nachrichten ausgeschaltet haben, bringen Sie sich am besten per E-Mail-Marketing in Erinnerung. Animieren Sie zum Einsatz der App oder unterbreiten Sie den Nutzern besondere Angebote, die sich nur in der App abrufen lassen. Verwenden Sie etwa ihren regulären Newsletter für diese Botschaften.
Im Idealfall macht der Text auf die App neugierig, deswegen ist es ratsam auch immer einen Link zur App im jeweiligen Store zu integrieren. Da viele Kunden ja den Newsletter auf ihrem mobilen Gerät lesen werden, setzen Sie ruhig auch auf Deep-Links in ihrem Angebot, die sich dann mittels der Anwendung aufrufen lassen.

Soziale Netzwerke einbeziehen

In der Ansprache der App-Nutzer setzen Sie zusätzlich auf ein weiteres Standbein. Fallen Push- und E-Mails aus, sind soziale Netzwerke eine gute Alternative, um an die App zu erinnern. Facebook bietet beispielsweise reichlich Optionen für das Targeting der Anzeigen.

Auf Kritik reagieren

Nehmen Sie die kritischen Kommentare in den Stores ernst und reagieren Sie unmittelbar und schnell darauf. Wenn sich negative Bewertungen erst einmal gehäuft haben, ist es nur sehr schwer möglich, die Installationsbasis noch einmal nennenswert zu steigern.
Denn damit stehen Sie wieder an der ersten Hürde. Die Bewertungen in den Stores sind für viele Nutzer ein Entscheidungskriterium, sich überhaupt mit einer App zu beschäftigen.

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