Die genauen Zahlen mögen umstritten sein. Fest steht aber, dass der Anteil mobiler Geräte an allen Umsätzen im Digital Commerce kontinuierlich wächst. Den Shop nur an kleinere Displays anzupassen, genügt da einfach nicht mehr. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie jetzt achten müssen.

Wenn Sie im Restaurant oder vielleicht im Laden einen Artikel schnell online bestellen wollen: Machen Sie sich die Mühe und warten Sie darauf, bis Sie wieder an einem PC sitzen, falls der Kauf einfach zu lange dauert? Sehen Sie! Der Kunde auch nicht. Es kursieren im Netz ganz unterschiedliche Zahlen, aber sicherlich ist ein Anteil von 25 Prozent der Kunden, die in diesem Fall einfach den Shop der Konkurrenz aufrufen, nicht zu hoch gegriffen.

Den Shop zu verkleinern, genügt nicht.

Was wird nicht alles unter dem Zauberwort "responsiv" zusammengefasst. Klar, natürlich ist es schön und aus Sicht des Betreibers ungemein praktisch, lediglich ein Design anlegen zu müssen, damit sich das digitale Lädchen auch auf Smartphone und Tablet anständig präsentiert. Aber das ist heute maximal die Basis für einen Shop, der auch auf mobilen Geräten funktionieren soll. Die Komplexität des Einkaufens zu reduzieren, ist viel wichtiger. Konsequent umgesetzt, ergibt sich damit ein für smarte Devices optimiertes Layout von allein.

Schnellen Zugriff ermöglichen

Oberstes Gebot ist der schnelle Seitenaufbau. Der Shop sollte auch dann rasch laden, wenn der Nutzer sich in einem Innenraum befindet, wo er ohne LTE-Geschwindigkeit auskommen muss. Der regelmäßige kritische Blick auf den Quellcode und genutzte Skripte im Shop ist von großer Bedeutung.
Auf der Startseite des Shops bringen Händler am besten diese Elemente unter:

  • Logo (in verkleinerter Darstellung natürlich) als visuelle Rückmeldung, an der richtigen Stelle zu sein.
  • Suchfunktion
  • Link zum Kundenkonto bzw. Orderhistorie
  • Link zum Einkaufswagen
  • Hauptnavigation des Shops
  • Telefonnummer, für alle Kunden, die eine Frage haben oder Hilfe benötigen.

Gerade alle Navigationselemente sollten möglichst auf einen Blick und ohne Scrollen zu erfassen sein. Und natürlich auch auf kleineren Display gut mit den Fingern anzutippen. Das bedeutet, dass eventuell Menübezeichnungen gekürzt werden müssen und auch sämtliche Klickstrecken noch einmal kritisch hinterfragt werden.

Und wenn Sie schon bei der Shopkritik sind. Überprüfen Sie doch auch einmal, ob Sie die Sprache Ihrer Kunden sprechen. Sind die Kategorien so bezeichnet, dass wirklich jeder sich etwas darunter vorstellen kann? Hier können A/B-Tests wichtige Rückschlüsse liefern, die dann natürlich auch der "großen" Ausgabe des Shops helfen.

Ein Wort noch zu Promotions und Sonderaktionen. Diese sind wichtig, aber es ist grundsätzlich keine gute Idee, Overlays einzusetzen, die auf den kleinen Bildschirmen die Inhalte überdecken. Anzeigen für Sonderaktionen binden Sie besser in den Content ein. Mit einem Slider bringen Sie im Zweifel auch verschiedene Themen platzsparend unter.

Wer suchet, der findet (hoffentlich) bei Ihnen

Eines der zentralen Elemente für den Shop ist ohne Zweifel die Suchfunktion. Sie sollte nicht nur indiziert sein, sondern die Eingaben des Nutzers durch automatische Ergänzungen reduzieren. Und dabei dann auch Fehleingaben des Nutzers korrigieren und Vorschläge unterbreiten.

Die Shopsuche bei notebooksbilliger.de holt den Nutzer bereits nach wenigen Zeichen Eingabe ab und ergänzt sinnvoll
© Screenshot vom Autor
Die Shopsuche bei notebooksbilliger.de holt den Nutzer bereits nach wenigen Zeichen Eingabe ab und ergänzt sinnvoll
Hat der Nutzer sich für eines der angezeigten Produkte entschieden, muss er auch die Möglichkeit erhalten, sich rasch die Details anzusehen. Nutzen Sie entweder Register oder klappbare Einträge, um die Informationen bei Bedarf einzublenden.

Angenehmes Shopping-Erlebnis schaffen

Bei der Produktpräsentation auf mobilen Geräten lässt sich manches falsch machen. Lassen Sie den Kunden entscheiden, wie viel er von einem Artikel sehen möchte. Statt diverse Produktbilder anzubieten, die dann einfach nur an die Bildschirmgröße angepasst werden, ist es besser, die Artikeldarstellung frei vergrößern und verkleinern zu lassen. Apropos: Zu jedem Produkt sollte es auch eine Abbildung geben. Da bildet der mobile Shop keine Ausnahme zum Auftritt für den Desktop.


Inspirieren Sie den Kunden zum Kauf weiterer Artikel, indem Sie gezielt Empfehlungen, beispielsweise im unteren Teil der Seite anbieten. Platz dafür gewinnen Sie, wenn die Produktdetails nur per Fingertipp eingeblendet werden.

Der Shop von Thomas Sabo präsentiert den Artikel gut und bietet auch eine Verfügbarkeitssuche an.
© Screenshot vom Autor
Der Shop von Thomas Sabo präsentiert den Artikel gut und bietet auch eine Verfügbarkeitssuche an.
Denken Sie unbedingt an die Kunden, die gerade unterwegs sind und sich vielleicht über die Verfügbarkeit eines Produkts im Laden informieren möchten. Wenn es Ihre Warenwirtschaft bereits erlaubt, dann nutzen Sie eine solche Verfügbarkeitsanzeige auch. Entscheidet der Besucher sich für den Versand, dann blenden Sie die Versandkosten auch gleich auf der Produktseite ein und lassen Sie den (hoffentlich bald) Kunden nicht erst durch den gesamten Bezahlprozess laufen.

Landet ein Artikel im Warenkorb, überlassen Sie dem Nutzer die Wahl, gleich zum Bezahlen zu wechseln oder noch weiter einzukaufen. Nichts ist anstrengender, als stets in einem Warenkorb zu landen um wieder zurückzublättern.

Achja: Beim Warenkorb sollten die Formulare möglichst übersichtlich und auch leicht zu editieren sein. Das gelernte Symbol für das Löschen oder Schließen eines Fensters ist schneller angetippt, als den Wert eines Artikels erst auf Null zu setzen oder gar einen Textlink zu benutzen, um ein Produkt auch wieder aus dem Warenkorb zu entfernen. Aber auch der umgekehrte Fall muss leicht zu erreichen sein. Die Stückzahl kann am schnellsten über einen entsprechenden Regler erhöht werden, statt erst eine Eingabe machen zu müssen.

Bezahlprozess optimieren

Beim Bezahlen auf dem mobilen Gerät sind es die Kleinigkeiten, die entscheidend sein können.

Ermöglichen Sie unbedingt die Bestellung gerade auch als Gast, also ohne die Eröffnung eines Kundenkontos. Und wenn der Nutzer sich für das Anlegen eines Kontos entscheidet, sparen Sie ihm Mühe, wenn er dazu per Social Log-in (Google, Facebook) die grundlegenden Daten übermitteln kann. Stellen Sie besonders eingabearme Bezahlverfahren prominent dar, also etwa Paypal oder Amazon Payments. Niemand füllt gern umfangreiche Formular auf dem Smartphone aus und auch die IBAN fällt nicht jedem Nutzer mal eben adhoc ein.

Wichtig ist ebenfalls, über die sichere Zahlung zu informieren. Hier kann bereits ein kleiner Textlink genügen, über den der Nutzer weitere Informationen zur Verschlüsselung abrufen kann. Je weniger Klicks benötigt werden, umso besser. Am Ende des Prozesses muss eine deutliche Zusammenfassung über die gesamte Transaktion stehen. Dass der Kunde die gleiche Information zeitgleich auch noch einmal per E-Mail erhalten sollte, versteht sich dabei ja fast von selbst, oder?

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