2012 wurden weltweit 20 Millionen TV-Geräte weniger verkauft als im Jahr zuvor. Mit technischen Innovationen sieht die Branche aber weiterhin Wachstumspotenziale.

Jahrelang boomte der Markt für Unterhaltungselektronik. Inzwischen stehen allerdings Smartphone und Tablet-PC in der Gunst des Konsumenten ganz weit oben und sind beliebter als Flachbildfernseher, meldet die Marktforschungsgesellschaft GfK anlässlich der morgen, am 6. September 2013, beginnenden Internationalen Funkausstellung (IFA) 2013 in Berlin. 

Noch im Jahr 2011 wurden demnach weltweit (ohne Nordamerika) 262 Millionen Fernsehgeräte verkauft, 81 Prozent davon waren LCD-TV-Geräte. Nach einem Boom in Japan im Jahr 2011, der durch staatliche Subventionen und Folgen des Erdbebens bedingt war, sei der Markt dort und damit in ganz Asien im Folgejahr deutlich zurückgegangen.

20 Millionen Geräte weniger

Weltweit fanden 2012 somit nur noch 242 Millionen Fernsehgeräte ihre Abnehmer, rund 20 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Auch in Asien und dem Pazifischen Raum sank die Nachfrage im Jahr 2012 um 16 Prozent. In Europa wurden im gleichen Jahr insgesamt 63,5 Millionen Fernsehgeräte verkauft, das entspricht einem Rückgang von 8 Prozent. Vor allem in Deutschland wurde der Markt im vergangenen Jahr durch die Abschaltung der analogen Fernsehübertragung sogar noch gestützt. Aber auch die Fußball-Europameisterschaft trug vor allem in Osteuropa zu einem erfolgreichen TV-Geschäft bei. In Frankreich und Großbritannien hingegen war die Nachfrage nach Fernsehgeräten bereits 2012 deutlich negativ.

Im Jahr 2013 fehlen in Europa Groß-Sportereignisse oder andere Impulse, die zum Kauf von Unterhaltungselektronik beitragen. Im ersten Quartal wurden demnach 6 Prozent weniger TV-Geräte in Europa verkauft als im Vergleichszeitraum 2012. Im zweiten Quartal waren es sogar 14 Prozent weniger.

Hoffnung ruht auf Smart-und 3D-TV

Gleichzeitig steigt jedoch die Nachfrage nach Smart-TV- und 3D-Fernsehgeräten und vor allem nach großen Bildschirmklassen. Etwa jeder siebte LCD-Fernseher in Europa wird mit einer Bildschirmdiagonale über 120 Zentimeter verkauft. 36 Prozent der verkauften Flachbildfernseher in Europa können mit dem Internet verbunden werden. In Deutschland sind sogar 60 Prozent aller vom Konsumenten gekauften Geräte mit der Smart-TV-Technologie ausgestattet. Zudem boten knapp 27 Prozent der in Europa im ersten Halbjahr 2013 verkauften Geräte eine 3D-Funktion.

Um diese Großbild-Fernsehgeräte optimal nutzen zu können, müssen entsprechende hochauflösende Inhalte ("Content") auf den Bildschirm gebracht werden. Als Folge dessen wuchs der Markt für sogenannte Blu-ray-Player mit eingebauter Festplatte gerade in Westeuropa mengenmäßig um 10 Prozent. Traditionelle DVD-Player mit Standardauflösung sind hingegen in der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gesunken.

Couchpotatoes werden beim Ton anspruchsvoller

Auch das Thema Audio spielt für den Verbraucher eine zunehmend wichtigere Rolle. Bei immer mehr Flachbild-Fernsehgeräten genügen die integrierten Lautsprecher nicht mehr dem Anspruch auf Heimkino-Qualität. Investiert wird deshalb in externe Ton-Verbesserungen wie "Soundbars". In Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den Niederlanden wurde im Juni 2013 bereits zu jedem zehnten Flachbild-Fernsehgerät eine Soundbar verkauft.

Der Audiomarkt profitiert den Marktforschern zufolge zudem von dem Trend digitaler Sound-Übertragungsmöglichkeiten. Das Bedürfnis des Konsumenten, seine auf Smartphone und Media Player gespeicherte Musik zuhause auf jedem Gerät, überall hören zu können, nimmt demnach stetig zu: "Multi Room" heißt das neudeutsch und bedeutet, dass die Musik kabellos vom Smartphone zum heimischen Lautsprecher übertragen wird.

Der Markt für das sogenannte Audio Streaming stieg dementsprechend in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den Niederlanden im ersten Halbjahr 2013 in der Menge um 68 Prozent. Bei einem weiterhin boomenden Smartphone-Markt gehen die GfK-Forscher davon aus, dass dieser Trend andauert.

wim

Lesen Sie morgen auf derhandel.de, wie sich der Markt für Elektrogroßgeräte entwickelt hat.