Glaubt man Studien, sind Marktplätze für Onlinehänder bereits ein "Must have", und auch das Interesse von stationären Händlern am Verkauf auf Online-Marktplätzen wird künftig noch steigen. Insbesondere der stationäre Handel steht vor der großen Herausforderung, sich im Sinne einer Multichannel-Strategie das E-Commerce-Geschäft zu erschließen. Und das geht für Einsteiger am einfachsten über Marktplätze. Ganz simpel ist es allerdings auch nicht. etailment hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt, mit denen man bei Ebay, Amazon und Co, aber auch auf kleineren Marktplätzen erfolgreich agieren kann.



Etailment-KLASSIKER

Trotz Tempo-Wandel sind manche guten Dinge länger wertvoll.
Kluge Studien, sinnvolle Tipps, brauchbare Tools.
Deshalb präsentieren wir Ihnen die besten zeitlosen Artikel von etailment in loser Folge.


Mittelfristige Strategie definieren: Schnelle Erfolge sind nicht selbstverständlich!

Wer auf den Marktplätzen starten will, sollte nicht erwarten, von heute auf morgen über diesen Kanal viel zu verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist lediglich bei außergewöhnlich günstigen, stark nachgefragten Artikeln auf Ebay und Amazon hoch. Der Regelfall ist ein längerfristiges Arbeiten über positive Bewertungen, Profilierung und vieles mehr. Man sollte vorher festlegen, wie viel Zeit man in den Verkauf investieren kann und will. Bei der getroffenen Entscheidung für bestimmte Marktplätze und Produktportfolios sollte man auch eine Zeitlang bleiben, da die Gefahr besteht, sich zu verzetteln.

Auswahl des Marktplatzes: Nicht nur die Reichweite zählt!

Wer in den Marktplatzverkauf starten will, erwägt natürlich erst einmal eine Platzierung auf Ebay oder Amazon, weil die beiden Big Player einen großen Vorsprung in puncto Reichweite und Bekanntheit haben. Aber nicht nur die Tatsache, dass dort ein starker Konkurrenz- und Preiskampf herrscht, spricht für eine Sichtung alternativer Angebote. Auch die Konditionen und die Serviceleistungen der Marktplatzbetreiber gestalten sich sehr unterschiedlich. Teilweise bieten die Marktplätze an, die Kundenkommunikation per E-Mail zu übernehmen oder sieben Tage die Woche über eine telefonische Hotline Fragen zu beantworten.

Präsentation: Professionalität ist Pflicht!

Wer bei der optischen oder inhaltlichen Präsentation der Produkte spart, sollte erst gar nicht anfangen. Traut man den eigenen Fähigkeiten in diesem Punkt nicht, kann man prüfen, ob die Marktplatzanbieter anbieten, die Foto- oder Textproduktion zu übernehmen. Ausführliche, faktenreiche Produktbeschreibungen zahlen sich immer aus (auch wenn die Konkurrenz einfach herüberkopieren kann). Wichtig ist es, die Produkte exakt zu benennen und dabei den allgemein üblichen Bezeichnungen zu folgen. Abwandlungen oder Ausschmückungen sorgen nur dafür, dass man schlechter gefunden wird.
 

Perfekter Service: Der Kunde ist (immer mehr) König!

Wer sich als Verkäufer auf Online-Marktplätze wagt, profitiert in der Regel von dem Vertrauensvorschuss, den diese bei den Kunden genießen. Dafür verpflichten sie die teilnehmenden Shops auf bestimmte Qualitätskriterien in Sachen Produktangebot und Service. Vor allem beim Service muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Anforderungen weiter steigen. Der Kunde versteht nicht, dass ein Anbieter bereits mit Same-Day-Delivery experimentiert, während ein anderer erst dann liefert, wenn er aus dem Urlaub zurück ist. Amazon beispielsweise hätte gern, dass auf dem Marktplace dieselbe Schnelligkeit in der Beantwortung von Kundenanfragen oder in der Retourenabwicklung herrschen wie im eigenen Haus. Wer sich das nicht zutraut – und auch beim gerade am Anfang wichtigen Thema Kulanz keinen Spielraum hat -, sollte das Abenteuer Marktplatz meiden. Ein Ausschluss durch den Marktplatzbetreiber, beispielsweise wegen zu hohen Beschwerdequoten, kostet nicht nur Geld, sondern schadet auch massiv dem Image.

Software: Nicht am falschen Ende sparen!

Händler, die in das Marktplatzgeschäft einsteigen, sollten gleich damit rechnen, dass sie bei Erfolg nicht nur auf einem oder zwei, sondern vielleicht auf einer Vielzahl von Plattformen verkaufen werden. In diesem Fall ist es ratsam, eine Software zu verwenden, die die Verkäufe zentral steuert, so dass es reicht, ein Produkt nur einmal einzupflegen. Auf dem Markt sind auch Systeme erhältlich, die Online- und Offline-Verkäufe gleichzeitig verwalten und entsprechend eine umfassende Übersicht über die Warenbestände erlauben. Mehr dazu lesen Sie unter anderem hier: 6 ausgewählte Tools für Ebay-Händler / 7 ausgewählte Tools für Amazon-Händler
 

Konkurrenzbeobachtung: Immer rechts und links schauen!

Kontinuierliche Beobachtung des Wettbewerbs ist auf einem Marktplatz unumgänglich. Meist wird der Aufwand, den Preis- und Präsentationsvergleiche machen, unterschätzt. Marktplatz bedeutet aber gerade das Nebeneinander verschiedener Anbieter. Google hilft übrigens dabei. Wer „site: amazon Verkäufer: xxxx“ in die Suchmaske eingibt, wird direkt auf die Amazon-Seite geführt, auf der alle relevanten Infos über den Verkäufer auf einen Blick zu finden sind. Bei der Preiskalkulation sollte man sich am durchschnittlichen Marktpreis orientieren, nicht am günstigsten Anbieter - es wird immer jemanden geben, der sich aus welchen Gründen auch immer fürs Dumping entscheidet. Auch beim Ermitteln des Marktpotenzials für ein bestimmtes Produkt hilft übrigens Google: Man kann das Suchvolumen für bestimmte Stichwörter über das kostenlose Google Adwords Keyword Tool berechnen. Auch Ebay stellt diverse Tools bereit, um optimale Preise ode optimale Verkaufstage für bestimmte Artikel zu ermitteln. Auch Listen der meistbeobachteten Artikeln können wichtige Aufschlüsse liefern.
 

Marketingtools checken: Meist geht noch mehr!

Online-Marktplätze bieten meist ein umfangreiches Instrumentarium an Marketingtools an - von Google Adwords bis zum E-Mail-Newsletter. Diese können sinnvoll die eigenen Werbestrategien ergänzen. Hier gibt es kaum Strategien, die als allgemein empfehlenswert gelten. Es gilt: Testen, testen, testen.