Martin Sinner (Foto: MSH)
Martin Sinner (Foto: MSH)
Media-Saturn startet mit dem "SPACELAB" Europas ersten Consumer Electronics Retail Accelerator und investiert in Startups aus dem Consumer Electronics Retail-Bereich. Gründer sollen dabei die Chance haben, ihre Produkte oder Dienstleistungen über einen Zeitraum von 20 Wochen in Bereichen wie Strategie, Marketing, Sales und Infrastruktur weiterzuentwickeln. Was sich Media-Saturn von dem Brutkasten verspricht, erklärt Martin Sinner, selbst Gründer von idealo, der bei Media-Saturn die Electronics Online Group (EOG) und das SPACELAB führt, im Interview.

Was ist der Spacelab Accelerator genau?

Martin Sinner: Das Spacelab ist eine Art Business School für Start-ups. Wir investieren Kapital und Know-how in Gründer und ermöglichen ihnen für ihr Unternehmen die nächste Stufe zu zünden - also es von Financials & Planning, Marketingstrategie und Supply Chain Management bis hin zu IT und Know-how bezüglich Listung im Einzelhandel und Customer Loyalty nach vorne zu bringen.

An wen richtet sich das Programm?

Martin Sinner: Wir richten uns an Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Media-Saturn – von der Logistik-App bis zum innovativen Gadget, das nachher in unseren Regalen stehen kann. Die Unternehmen sollten über ein vorzeigbares Produkt oder Geschäftsmodell verfügen. Zudem muss ein Gründer-Team vorhanden sein.

Was genau erwartet Startups im Spacelab?

Martin Sinner: Die Startups können sich über 20 Wochen ganzheitlich und konsequent weiterentwickeln. Dazu ziehen sie zu uns nach München und wir werfen gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Richtungen einen Blick auf ihr Unternehmen: Bin ich in den richtigen Märkten aktiv? Erreicht meine Kommunikation die richtige Zielgruppe? Verfüge ich über eine angemessene IT-Infrastruktur? Und vieles mehr. Wir helfen gemeinsam mit unseren Partnern bei der Analyse und dabei, die Weichen richtig zu stellen.

"Wir richten uns an Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Media-Saturn – von der Logistik-App bis zum innovativen Gadget, das nachher in unseren Regalen stehen kann"


Hätte sich der junge Martin Sinner so einen Accelerator gewünscht?

Martin Sinner: Ja klar. Es gab auch damals Programme für Gründer. Aber Gründerunterstützung in Deutschland fühlte sich seinerzeit an wie die Berufsorientierungsprogramme der Banken nach der 10. Schulklasse. Die Attitüde war „So, mein Kleiner, jetzt nehme ich Dich an die Hand und dann gehen wir gemeinsam über die Straße.“ Gleichzeitig fehlte den Gründerberatern die Nähe zur Industrie. Gründer sind aber Unternehmer. Sie haben eine geile Idee und wollen mit dieser Idee die Welt erobern. Was ihnen hilft, ist ein Partner, der ihrer Idee den richtigen „Bumms“ verleiht. Wer Media-Saturn kennt, weiß, dass wir uns damit sehr gut auskennen.

Andererseits gibt es ja schon reihenweise Corporate Acceleratoren?

Martin Sinner: Unter dem Schlagwort Accelerator wird vielfach gleich gemacht, was nicht unbedingt gleich ist. Es gibt Acceleratoren, die sind eigentlich nur Vermieter eines technisch gut ausgestatteten Co-Working-Spaces – das ist sogar die Ursprungsform des Accelerators. Andere Corporate Accelerators unterstützen nur Unternehmen, die ihre Mutterfirma zuvor gekauft haben. Wir im Spacelab sehen uns als ganzheitliche Business School. Und wir haben klar definierte Themen – Die Wertschöpfungskette rund um Consumer Electronics & Retail.

Was hat Media-Saturn davon?

Martin Sinner: Wir investieren in Start-ups und unterstützen sie dann dabei, schnell und nachhaltig erfolgreich zu werden. Für mich klingt das mehr als einleuchtend. Und es sichert uns Zugang zu Innovationen, Talenten und Entrepreneurship. Oder um es in der Sprache des Spacelab zu sagen: Wenn die Rakete abhebt, sitzen wir an Bord.