Der Baumarktkonzern Praktiker schließt das Schreckensjahr 2012 wie erwartet mit einem Umsatzminus ab. Es ist das vierte Verlustjahr in Folge. Immerhin: Das vierte Quartal gibt Anlass zur Hoffnung.

Der angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro, er liegt damit  5,6 Prozent unter Vorjahr. Dabei war 2011 ein sehr schlechtes Jahr für das Unternehmen gewesen: Die Verluste beliefen sich damals auf mehr als ein Sechstel des Umsatzes.

Im vierten Quartal 2012 hat der Konzern einen Nettoumsatz von rund 695,9 Millionen Euro erzielt. Das waren 2,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten das Jahres hatte der Rückgang noch 6,5 Prozent betragen.

Das Inlandsgeschäft wurde im Schlussquartal von der Umstellung einiger Praktiker-Märkte auf die Vertriebslinie Max Bahr geprägt. Während der umbaubedingten Schließungsphase ruhte das Geschäft jeweils vier Wochen lang. "Danach zog es aber deutlich an", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Dezember ist gut gelaufen

In Deutschland lag der Umsatz im vierten Quartal mit rund 502,4 Millionen Euro um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau - auch durch die Schließung 11 Praktiker-Standorte sowie durch die Umbaumaßnahmen bedingt.

Flächenbereinigt wurde im Inland laut Praktiker im vierten Quartal ein leichtes Umsatzplus von 0,3 Prozent erzielt. Im Monat Dezember sei der Umsatz nominal sogar um 2,1 Prozent gestiegen. "Das deutet darauf hin, dass wir auf einem guten Weg sind, den es nun zielgerichtet auszubauen gilt", interpretierte Praktiker-Chef Armin Burger.

Allerdings warb Praktiker gerade im Dezember wieder mit dem alten Slogan "20 Prozent auf alles", was für viele Branchenbeobachter dem Konzern in der Vergangenheit ein dauerhaftes Imageproblem beschert hat - Kunden würden kaum zu normalen Preisen kaufen, lautete die Kritik.

Umstellung auf Max Bahr zeigt Wirkung

"Insbesondere die Entwicklung der zuletzt von Praktiker auf Max Bahr umgestellten Märkte zeigt in Umsatz und Ertrag einen deutlich positiven Trend, auch wenn es für eine belastbare Zwischenbilanz noch zu früh ist. Wir haben daher allen Anlass, diese strategische Neupositionierung planmäßig voranzutreiben", so Burger

Am Ende des Geschäftsjahres betrieb Praktiker 427 Märkte, 12 weniger als vor Jahresfrist. Zum Stichtag 31.12.2012 erhöhte sich die Anzahl der Max-Bahr-Filialen von 78 auf 105, die der Praktiker-Standorte verringerte sich von 235 auf 197. Im Ausland wuchs das Portfolio von 109 auf 111 Märkte. Der Auslandsumsatz schrumpfte jedoch 2012 auf rund 811,3 Millionen Euro (minus 9,3 Prozent).

Die endgültigen Umsatzzahlen und den vollständigen Jahresabschluss will Praktiker Ende März 2013 im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz in Hamburg veröffentlichen.