Mit der Einführung des neuen Mittelklassemodells Mazda 6 will der japanische Hersteller in Deutschland spürbar wachsen und seinen Marktanteil im Flottengeschäft verdoppeln.

Es ist die Zeit der Glaskugeln. Manager und Marktforscher üben sich in diesen ersten Januartagen gemeinhin in Prognosen. „Was wird das neue Jahr bringen?“ Für den deutschen Kraftfahrzeugmarkt stehen die Zeichen bestenfalls auf Stagnation. So erwarten Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), stellvertretend für die gesamte Branche "ein herausforderndes Jahr" und Volkswagen-Konzernboss Martin Winterkorn „in Deutschland ein schwieriges Jahr“. Vom übrigen Europa ganz zu schweigen.

Da muten die Pläne von Mazda-Deutschland-Chef Josef A. Schmid fast schon verwegen an: 46.600 Autos will der Österreicher hierzulande in diesem Jahr verkaufen – lediglich 40.702 waren es 2012. Und für 2015 spricht Schmid für sein Unternehmen gar von „70.000 Zulassungen“.

Handelspartner im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie

Woher die Zuversicht? „Wir haben eine klare Wachstumsstrategie. Im Mittelpunkt stehen unsere Handelspartner und die neuen Produkte“, erklärt der Mazda-Manager selbstbewusst. Seit 1. November vergangenen Jahres ist die langwierige Umstellung des Händlernetzes endlich abgeschlossen. „Wir haben einvernehmlich mit unserem Händlerverband ein einstufiges System installiert“, erklärt Schmid.

Im nächsten Schritt gelte es, 60 offene Punkte auf der Deutschlandkarte zu schließen. An Interessenten mangele es dabei nicht. Schmid: „In unserer Zentrale in Leverkusen liegen mehr als 100 Bewerbungen vor. Allein durch diese Erweiterung unseres Netzes werden wir maßgeblich wachsen.“ Zudem soll das Flottengeschäft ausgebaut und dabei „der Marktanteil verdoppelt“ werden.

Verkaufsstart am 2. Februar

Hier schließt sich der Kreis zu den neuen Produkten. Nach dem im vergangenen Frühjahr eingeführten Soft-SUV CX-5, der 2012 mit 8.726 Einheiten auf Anhieb Mazdas meistverkauftes Produkt wurde, rollt nun am 2. Februar die neue Generation des Mazda 6 in die Showräume. Vom Start weg steht das Mittelklassemodell als attraktiv gezeichnete 4,86-Meter-Limousine mit 489 Liter Kofferraum-Volumen und als 4,80-Meter-Kombi (522 bis 1.664 Liter Ladekapazität) zur Verfügung – zum jeweils identischen Preis ab 24.990 Euro.

Dass der sonst übliche Kombiaufschlag entfällt, dürfte Flottenmanager ebenso hellhörig machen, wie die gute Restwertprognose von EurotaxGlass`s (47 Prozent nach drei Jahren Laufzeit und 60.000 Kilometern) und die Kombinationsmöglichkeit der beiden angebotenen Dieselmotoren (110 kW/150 PS und 125 kW/175 PS) mit einer Sechs-Gang-Automatikschaltung. Dazu erfüllen die Antriebsaggregate bereits die Euro-6-Norm.

„Businesspakete" mit Preisvorteil

Zudem schnüren die Japaner im Laufe des Frühjahrs auch noch spezielle „Businesspakete“, die unter anderem ein fest eingebautes Tom-Tom-Navigationsgerät, Bluetooth-Freisprecheinsrichtung und eine Geschwindigkeitsregelanlage beinhalten. In Verbindung mit dem Basis-Benzinmotor (107 kW/145 PS) ist der Mazda 6 damit ab April bereits ab 22.134 Euro zu haben. Für die kleinere der beiden Dieselversionen werden ab Juli 25.076 (statt 28.490) Euro aufgerufen.

Der Selbstzünder, im gewerblichen Markt ohnehin erste Wahl, ist auch gleichzeitig das Referenzmodell der Asiaten, die einen Normverbrauch von lediglich 3,9 Litern und eine CO-2-Emmission von 104 g/km ermittelt haben. Auf ersten Testkilometern fanden diese verheißungsvollen Angaben allerdings keine Bestätigung. Der Bordcomputer pendelte sich trotz gemäßigt-gemütlicher Fahrweise bei sechs Litern ein.

Leichtbau und geringer Luftwiderstand

Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen hätten die Ingenieure in Hiroshima den Kraftstoffkonsum gezügelt. Allen voran propagiert Mazda seit geraumer Zeit das Thema Leichtbau. So kommt der Wagen auf lediglich 1.300 Kilogramm Leergewicht, in dieser  Klasse beachtlich. Der geringe Luftwiderstandsbeiwert von 0,26, das serienmäßige Start/Stopp-System und die Bremsenergierückgewinnung helfen ebenfalls bei den Bemühungen um sparsamen Umgang mit dem Treibstoff.

Gleichzeitig ist die dritte Generation der Baureihe nun auch technisch auf der Höhe der Zeit. Eine ganze Armada an Assistenzsystemen steht größtenteils als Sonderausstattungen zur Wahl.

10.700 Zulassungen für 2013 geplant

So soll der Mazda 6 in diesem Jahr mit 10.700 Zulassungen zur erhofften Steigerung der Gesamtabsätze beitragen. 1.200 Bestellungen lägen bereits vor. Und für das zweite Halbjahr ist mit der Neuauflage des Kompaktwagens Mazda 3 die Einführung eines weiteren Volumenmodells vorgesehen.

Bernd Nusser