Machtkampf und kein Ende: Der Minderheitseigentümer und Firmengründer von Media-Saturn, Erich Kellerhals, wirft Metro-Chef Olaf Koch vor, ihm das Unternehmen wegnehmen zu wollen.

"Koch will mich enteignen, indem er meine Mitspracherechte durch juristische Spitzfindigkeiten auszuhöhlen versucht", sagte Kellerhals dem Nachrichtenmagazin "Focus". Koch schlage nach außen hin zwar leisere Töne an als sein Vorgänger, in der Sache selbst sei er aber kompromisslos.

Der Handelskonzern Metro besitzt zwar gut 75 Prozent der Anteile an Media-Saturn, braucht für wichtige Entscheidungen aber immer die Zustimmung von Kellerhals.

"Von Handel versteht Herr Koch nichts"

Als die Metro sein Vetorecht im März 2011 durch Gründung eines Beirats aushebeln wollte, der mit einfacher Mehrheit entscheidet, zog Kellerhals vor Gericht - und gewann zunächst.

Vor dem Oberlandesgericht München errang Metro im August dann einen Etappensieg. Die Richter bestätigten dem Düsseldorfer Handelskonzern, dass die Einrichtung eines Beirats für operative Entscheidungen bei der Media-Saturn-Holding rechtmäßig war.

Kellerhals legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein. Dem "Focus" sagte er: "Herr Koch versteht etwas von Finanzen, aber nichts von Handel. Er hat keine zukunftsweisende Strategie, sondern will nur noch sparen, sparen und nochmals sparen." Der Metro-Konzern wollte sich auf dpa-Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.