Die Media-Saturn-Holding kommt nicht zur Ruhe: Der Mitte Mai komissarisch als Finanzvorstand eingesetzte Metro-Manager Mehring-Schlegel wirft das Handtuch.  

Im Machtkampf um Deutschlands größten Elektronikhändler Media-Saturn hat der zweite Finanzvorstand innerhalb von zwei Monaten das Handtuch geworfen. Der Hauptanteilseigner Metro AG bestätigte am Donnerstag einen Bericht der Lebensmittel Zeitung (LZ), wonach der soeben erst kommissarisch eingesetzte Finanzchef Georg Mehring-Schlegel seinen Platz schon wieder geräumt hat.

Sein Vorgänger Rolf Hagemann war im April überraschend gegangen.  Der LZ zufolge hat Minderheitseigner Erich Kellerhals den Metro-Manager für Hagemanns Abgang verantwortlich gemacht - und verbucht dessen Rückzug jetzt als Sieg.

OLG München entscheidet Donnerstag über Berufung

Die Metro hatte Kellerhals' Vetorechte bei Media-Saturn mit der Gründung eines Beirats aushebeln wollen, war aber vor dem Landgericht Ingolstadt unterlegen. Am kommenden Donnerstag verhandelt das Oberlandesgericht München im Berufungsprozess über den Eigentümerstreit.

Ein Metro-Sprecher sagte gegenüber der LZ, Mehring-Schlegel werde "sich nun wieder voll auf seine Aufgabe als Beauftragter des Metro-Vorstands für alle Media-Saturn betreffenden Angelegenheiten konzentrieren". Die Suche nach einem neuen Finanzvorstand für Media-Saturn gehe weiter. Ein Kellerhals-Sprecher wollte sich nicht äußern.

MediaMarkt-Gründer Kellerhals hält rund 22 Prozent am Media-Saturn, hat aber bei wichtigen Entscheidungen ein Vetorecht. Die Metro hat ihm vorgeworfen, wichtige Weichenstellungen wie eine Internet-Plattform der Elektronikketten verzögert zu haben.

Media-Saturn hat im vergangenen Jahr Umsatz eingebüßt, der Gewinn stagnierte. Für negative Schlagzeilen sorgte zudem der Schmiergeldvorwurf gegen den ehemaligen Media-Markt-Deutschlandchef, der seit einer Woche in Augsburg vor Gericht steht.

dpa, DH