Dass die Media-Saturn-Holding nicht nur ein Online- und ein Führungsproblem hat, wird seit langem gemunkelt. Nun steht fest: Das einstige Metro-Musterkind schreibt rote Zahlen.

Europas größte Elektronikketten Media Markt und Saturn sind im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Nach vorläufigen Zahlen weise die Tochter Media-Saturn einen operativen Verlust (EBIT) vor Sonderfaktoren von 44 Millionen Euro aus, teilte der Mutterkonzern Metro am Dienstag mit. Im Vorjahresquartal war einen operativen Gewinn von 41 Millionen Euro ausgewiesen worden.

Gründe seien starke Umsatzrückgänge in den bestehenden Märkten und Preissenkungen, sowie operative Verluste in Frankreich und Anlaufschwierigkeiten in China. Media Markt und Saturn waren über viele Jahre die Wachstumslokomotive im Düsseldorfer Konzern. 

Streit im Haus und keine Strategie für´s Netz

Der Konzern bestätigte aber seine Prognose für das Gesamtjahr. Auf die Ertragslage des Gesamtkonzerns werde die Schwäche der Ingolstädter keine Auswirkungen haben. "Außer Media-Saturn bewegen sich alle Vertriebslinien der Metro Group im Rahmen der Markterwartungen", sagte Olaf Koch, Finanzvorstand des Konzerns bei der Präsentation des Media-Saturn-Maßnahmenpakets. An diesem Dienstag stellte die Metro ihre Online-Strategie für die Elektronikkette in Aschaffenburg vor.

Geplant ist, im Jahr 2015 rund fünf Milliarden Euro Umsatz im Onlinebereich zu erzielen. "Wir wollen mit einer forcierten Onlinestrategie in eine neue Wachstumsphase treten", sagte Dr. Rolf Hagemann, CFO und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding GmbH.

"Durch die enge Verknüpfung unseres stationären Geschäfts mit unseren neuen Onlineaktivitäten können wir unseren Kunden vom Start an einen Mehrwert bieten, über den keiner unserer reinen Online-Wettbewerber verfügt", so Hagemann. Auch weitere Zukäufe von Online-Spezialisten seien denkbar. Gleichzeitig kündigte die Geschäftsführung in Aschaffenburg an, europaweit 3.000 Arbeitsplätze abzubauen.

Media Markt und Saturn leiden seit langem unter der Konkurrenz aus dem Internet und konnten bislang auf keine relevanten E-Commerce-Ansätze verweisen. Durch den Zukauf des Onlineshops Redcoon und eigenen Online-Aktivitäten soll sich dies nun ändern. Zudem streitet die Metro mit den Gründungsgesellschaftern der Elektronikkette vor Gericht über die Macht in Ingolstadt.

dpa, DH