Das forcierte Multichannelgeschäft lohnt sich allmählich für Media-Markt und Saturn. Die beiden Metro-Töchter sorgen überdies für gute Zahlen des Handelskonzerns.

Lange bereiteten Media-Markt und Saturn der Metro Sorgen. Doch jetzt entwickeln sich die Elektronikketten wieder zu Umsatztreibern des Handelskonzerns. Vor allem im Onlinehandel mache Media-Saturn verlorenen Boden gut, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Dienstag bei der Präsentation der Quartalszahlen.

Durchwachsener ist das Bild in den anderen Konzernsparten, etwa bei der Warenhaustochter Kaufhof, die leichte Umsatzrückgänge hinnehmen musste. Die Kette habe sich dem schwachen Branchentrend bei Textilien nicht ganz entziehen können, sagte Koch. Zu Berichten über mögliche Verkaufsverhandlungen für Kaufhof wollte sich der Manager nicht äußern. "Wir werden berichten, wenn es etwas zu berichten gibt", sagte er lediglich.

So stark wie seit sieben Jahren nicht mehr

Insgesamt steigerte der Handelskonzern dank der guten Geschäfte der Elektronikketten und des frühen Ostergeschäfts seinen Umsatz im zweiten Quartal (Januar bis März) des Geschäftsjahres 2014/2015 um 0,3 Prozent auf 14,37 Milliarden Euro. Auf gleicher Fläche belief sich das Plus auf 2,5 Prozent. Dies sei das stärkste Wachstum seit sieben Jahren, sagte Koch.

Das Ergebnis des Konzerns wurde allerdings durch massive Wertberichtigungen bei der SB-Warenhaustochter Real beeinträchtigt. So fiel im zweiten Quartal unter dem Strich ein Verlust von 394 Millionen Euro an. Das Minus war damit noch 126 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Operativ lag das Ergebnis dagegen auf Vorjahresniveau. Das zweite Quartal spielt für das Gesamtjahr bei der Metro allerdings eine eher untergeordnete Rolle.

Bei Media-Saturn läuft es online prächtig

"Außerordentlich positiv" sei vor allem die Entwicklung bei den Elektronikketten, sagte Koch. Media-Markt und Saturn profitieren nach seine Worten inzwischen massiv von der engen Verzahnung des Onlinehandels mit dem Filialgeschäft  (Multichannelhandel). Die über das Internet erzielten Umsätze stiegen im zweiten Quartal um über 20 Prozent. Insgesamt lagen die Umsätze der Sparte um 5,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Großhandelssparte Metro Cash & Carry musste dagegen wegen des Wertverfalls des Rubels erneut Umsatzeinbußen hinnehmen.
Doch will der Handelskonzern in seiner nach wie vor wichtigsten Sparte vorankommen. Vor allem das Belieferungsgeschäft, das inzwischen schon rund 10 Prozent des Umsatzes ausmacht, soll weiter ausgebaut werden. Erstmals seit langer Zeit wolle die Sparte in Deutschland auch wieder neue Standorte eröffnen, sagte Koch. Auch bei Real will die Metro in die Modernisierung der Geschäfte investieren.