Unter dem schwachen Rubel leiden derzeit viele Handelsunternehmen - auch Metro. Der Konzern verliert im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres. Dafür zahlen sich die verstärkten Onlineaktivitäten bei Media-Saturn aus.

Dem Metro-Konzern hat die Schwäche des russischen Rubels das Ergebnis im ersten Geschäftsquartal 2014/2015 verhagelt. Das um Restrukturierungskosten bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um knapp 8 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Metro am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Unter dem Strich ging der Gewinn um gut 10 Prozent auf 404 Millionen Euro zurück. Der Umsatz verringerte sich, wie bereits berichtet, um 2,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Neben Währungseffekten schlugen sich hier auch Unternehmensverkäufe nieder.

"Insbesondere der schwache Rubelkurs überschattet leider die Sicht auf unsere insgesamt gute operative Entwicklung", sagte Metro-Chef Olaf Koch. Rechne man die Währungseffekte heraus, die das Ergebnis mit rund 60 Millionen Euro belastet hätten, habe das Ebit das Vorjahr übertroffen.

Media-Saturn gewinnt durch Multichannel

Von allen Konzerntöchtern konnten einzig die Elektronikketten Media-Markt und Saturn im Quartal ihr Ergebnis steigern. Das Ebit erhöhte sich im ersten Quartal 2014/15 auf 344 Millionen Euro (2013/14: 292 Millionen Euro).

Der Umsatz von Media-Saturn wuchs flächenbereinigt um 3,8 Prozent. In Euro stieg der Umsatz um 4,1 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. In lokaler Währung legte der Umsatz bedingt durch die Expansion um 5,6 Prozent zu, teilt Metro mit. In Deutschland stieg der Umsatz um 1,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Flächenbereinigt legte der Umsatz um 0,4 Prozent zu, teilt Metro mit.

Insgesamt mache sich der Ausbau des Onlinegeschäfts sowie die Verzahnung der Vertriebslinien (Multichannel) positiv bemerkbar, hieß es weiter. So stiegen die Onlineumsätze im ersten Quartal um mehr als 28 Prozent auf rund 500 Millionen Euro und machen damit über 7 Prozent des Gesamtumsatzes von Media-Saturn aus.

Real-Ergebnis bricht ein

Bei der Großhandelstochter Cash & Carry betrug das Ergebnis 485 Euro - das ist ein Minus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Real-Ebit brach gar um rund 39 Prozent auf 74 Millionen Euro ein. "Der Rückgang ist auf eine gestiegene Marketingintensität sowie die Abgabe
von Real Osteuropa zurückzuführen", heißt es im Quartalsbericht. In Deutschland wurden wie angekündigt fünf SB-Warenhäuser geschlossen. Damit umfasste das Vertriebsnetz laut Metro zum 31. Dezember 2014 insgesamt 302 Standorte in Deutschland.

Auch das Ebit der Warenhaus-Tochter Kaufhof ging zurück, und zwar um 12,4 Prozent auf 139 Millionen Euro. Der Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass im Rahmen eines aktiven
Bestandsmanagements im fortschreitenden Saisongeschäft die Winterware mit Preisnachlässen verkauft worden sei.

Zwei Standorte in Deutschland sind geschlossen worden, ein Warenhaus in Belgien wurde eröffnet (Hasselt). Das Vertriebsnetz von Galeria Kaufhof umfasste demnach zum 31. Dezember 2014 insgesamt 136 Standorte, davon 120 in Deutschland und 16 in Belgien.