Der Streit um MediaMarkt findet kein Ende. Gründer Erich Kellerhals greift Metro-Chef Cordes erneut öffentlich an. Der soll inzwischen eine Lösung für Kaufhof gefunden haben.

MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals hat im Streit mit Metro-Chef Eckhard Cordes nachgelegt. "Die derzeitigen Schwierigkeiten können und dürfen im Interesse von Media-Saturn so nicht weiter gehen", forderte der Unternehmer im Gespräch mit der Zeitung "Donaukurier".

Seit März lehne der Vorstand der Metro AG jedes Gespräch im kleinen Kreis ab, kritisierte Kellerhals. "Was dieses Jahr abläuft, ist eine beispiellose Posse".

Kellerhals und Metro streiten derzeit vor Gericht um das Sagen bei Media-Saturn. Cordes hatte im März einen Beirat ins Leben gerufen, der Beschlüsse künftig mit einfacher Mehrheit fassen sollte.

Damit wollte er einen aus Sicht der Metro AG bestehenden Nachteil tilgen: Obwohl der Konzern gut 75 Prozent der Anteile an MediaMarkt und Saturn hält, muss er Rücksicht auf Kellerhals und Mitgründer Leopold Stiefel nehmen. Die beiden halten 21,6  beziehungsweise drei Prozent.

Lösung für Kaufhof in Sicht?

In die langwierigen Verkaufsbemühungen der Metro für die Warenhauskette Kaufhof kommt nach einem Bericht der "Lebensmittel Zeitung" dagegen neue Bewegung. Metro-Chef Eckhard Cordes habe sich in dieser Woche mit Managern des spanischen Warenhausbetreibers El Corte Inglés getroffen, berichtet die LZ in ihrer heutigen Ausgabe.

Beide Seiten sollen nicht mehr nur über eine Übernahme sprechen, sondern auch Optionen wie die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens ausloten.

Kenner des spanischen Unternehmens bewerteten die Bereitschaft vom Vorstandschef Isidoro  Álvarez zu einem solchen Deal allerdings weiterhin sehr skeptisch, so die im Deutschen Fachverlag erscheinende Zeitung weiter.

Schwaches Dementi aus Düsseldorf

Ein Sprecher der Metro AG betonte, dass man grundsätzlich keine Marktgerüchte über angebliche Verkaufsverhandlungen kommentiere. "Darüber hinaus haben wir immer gesagt, dass wir offen sind für Gespräche mit denjenigen, die über die Zukunft der deutschen und europäischen Warenhauslandschaft mit uns sprechen wollen." Vor einigen Wochen hatte man ähnliche Berichte der LZ noch entschiedener dementiert.

Das spanische Unternehmen gilt seit längerem als ein potenzieller Kaufhof-Interessent. El Corte Inglés ist der größte Kaufhausbetreiber Europas mit gut 100.000 Mitarbeitern und 16,4 Milliarden Euro Umsatz 2010. Kaufhof erzielte im selben Jahr knapp 3,6 Milliarden Euro Umsatz. Die Metro-Tochter hat in Deutschland (Galeria Kaufhof) etwa 22.000 Mitarbeiter und in Belgien (Inno) rund 1.400 Mitarbeiter.

Vor mehr als zwei Jahren hatte Metro bei der Karstadt-Pleite ein Gemeinschaftsunternehmen für Warenhäuser in Deutschland unter Investoren-Beteiligung ins Gespräch gebracht, das aber nicht zustande kam. Bei dieser Variante wäre der Düsseldorfer Handelskonzern als Minderheitsgesellschafter für eine begrenzte Zeit an Bord geblieben.

Nach Angaben der Metro gibt es für den Kaufhof weiterhin mehrere Interessenten - aber bislang keine Verkaufsverhandlungen. "Es werden Gespräche mit mehreren Interessenten geführt, die aber nach wie vor abtastenden Charakter haben", unterstrich der Sprecher des Konzerns.

dpa, DH