Der Chef der Elektronikkette Media-Saturn, Horst Norberg, prophezeit dem boomenden Onlinehandel Wachstumsgrenzen, äußert sich zum Gesellschafterstreit - und legt das Deutschlandgeschäft zusammen.

"Ich würde denken, bei 25 Prozent Marktanteil insgesamt ist Schluss", sagte Horst Norberg, CEO der Media-Saturn-Holding (MSH) im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Irgendwann setzt eine Gegenbewegung ein, dann wollen die Leute die Qualität von Ton und Bild mit eigenen Ohren, eigenen Augen erfahren."

Aktuell sieht Norberg aber immer noch ein stürmisches Wachstum des Onlinegeschäfts mit Elektronik. "Wir haben den Internetumsatz voriges Jahr verdoppelt, 2014 werden zehn Prozent der Erlöse im Netz zusammenkommen, mittelfristig werden wir diesen Anteil nochmals verdoppeln."

Parallel dazu soll das Netz der MediaMärkte und Saturn-Läden stark steigen. "942 Märkte weltweit haben wir im Moment, 40 bis 50 neue sollen jedes Jahr dazukommen", sagte Norberg. Vor diesem Hintergrund drohten der Belegschaft keine Kürzungen: "Die bestehenden Jobs sind sicher", sagte der Chef der größten europäischen Elektronikkette. "Wir brauchen sogar neues Personal für neue Märkte."

Genervt vom immerwährenden Streit der Gesellschafter

Nur in der Hauptverwaltung würden keine neuen Stellen aufgebaut. "Um die Schlagzahl zu erhöhen, legen wir Media und Saturn in Deutschland zu einer einzigen Landesgesellschaft zusammen", kündigte Norberg an. Die Marken sollen aber nach wie vor unabhängig voneinander im Markt auftreten. "Sie werden ihr Profil sogar schärfen", kündigt Norberg an.

Kritisch äußerte sich der MSH-Chef über den fortwährenden Streit zwischen den Eigentümern von Media-Saturn. "Mir wäre es lieber, wenn unsere Eigentümer ihre Auseinandersetzungen nicht öffentlich austragen würden", sagte Norberg. "Und ja, die internen Abstimmungsprozesse werden dadurch nicht einfacher."

Er wolle sich allerdings nicht einmischen, "das ist Sache der Gesellschafter". Mehrheitseigner ist der Handelskonzern Metro, Minderheitseigner mit Sperrminorität ist der Geschäftsmann Horst Kellerhals. Beide Seiten streiten seit Jahren auch vor Gerichten über Strategie und Einfluss.