Der deutsche Marktführer für Geldtransporte ist zunächst gerettet: Die Mehrheit der rund 1.200 Verdi-Mitglieder bei Securlog hat einem Sanierungs-Tarifvertrag zugestimmt.

Der Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Unternehmen sieht gestaffelte Gehaltseinbußen zwischen drei und neun Prozent vor. "Damit ist die Insolvenz abgewendet", sagte Securlog-Chef Lothar Thoma am Dienstag in Düsseldorf.

Mit den Einschnitten habe man auf das ruinöse Lohn- und Preisdumping in der Branche reagieren müssen. Die Preise für den Geldtransport lägen in Deutschland weit unter dem Niveau der europäischen Nachbarmärkte.

Neun Millionen Euro weniger Personalkosten

Der neue Haustarif senkt die Personalkosten um neun Millionen Euro und erhöht die Arbeitszeit um fünf Stunden pro Monat. Dafür sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2012 ausgeschlossen. Außerdem werden die Mitarbeiter an etwaigen Gewinnen zur Hälfte beteiligt. Im Falle eines Verkaufs des Unternehmens werden sie am Erlös beteiligt.

Thoma kritisierte den Arbeitgeberverband, die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW), der weder das Lohndumping bekämpft habe, noch gegen tarifwidrige Bezahlung vorgehen würde. "Einige Wettbewerber agieren nach wie vor unseriös. Wir sind als Marktführer diesen Lohndumpern ungeschützt ausgesetzt", sagte Thoma.

Heros-Nachfolger

Securlog war vor drei Jahren aus der insolventen Heros-Gruppe hervorgegangen. Das Unternehmen hat 3.300 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt 170 Millionen Euro Umsatz. Der Marktanteil liegt bei über 30 Prozent.

Mehrheitseigentümer sind der US-Finanzinvestor MatlinPatterson und die Investmentbank Goldman Sachs.