Der Einzelhandel schafft weiterhin zehntausende neue Stellen. Für den Handelsverband ist vor allem der Wegfall der Minijobs wichtig (Aktualisiert).

Die gute Konjunktur und Kauflaune der Deutschen sorgen im Einzelhandel für gute Umsätze - und zu neuen Arbeitsplätzen. Laut den aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit hat die Branche zum Stichtag 31. März dieses Jahres rund 2.286.507 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gehabt. Das sind 64.337 oder 3 Prozent mehr als Ende März 2014.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) weist darauf hin, dass im selben Zeitraum  30.000 Minijobs weggefallen sind. "Damit haben sich die Minijobs im Handel seit dem Jahr 2011 um über 100.000 reduziert. Das macht eindrucksvoll deutlich, wie stark der Trend in der Branche zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung geht", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Verdi jubelt nicht nur

Für Genth zeigen die Zahlen einmal mehr, dass sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Handel nicht durch Minijobs verdrängt würden. "Minijobs federten vor allem die Spitzenbelastungen ab." Der HDE spricht von insgesamt von drei Millionen Beschäftigten im deutschen Einzelhandel, die geringfügigen sind hier mit eingerechnet.

Die Gewerkschaft Verdi begrüßt den Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Handel, allerdings mit einer Einschränkung: "Es gibt weiterhin einen sehr hohen Anteil prekärer Beschäftigung. Fast zwei Millionen Beschäftigte arbeiten als 450-Euro-Kräfte oder anderweitig in Teilzeit, was oft unfreiwillig geschieht", sagte eine Sprecherin zu Der Handel. Die Arbeitgeber müssten deutlich mehr tun, um im Handel existenzsichernde und gute Arbeitsbedingungen zu bieten, lautet die Gewerkschaftsforderung.