Die Anzahl der gefälschten Geldscheine stieg im vergangenen Jahr deutlich an. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland dennoch gut ab. Bei Fälschern nach wie vor besonders beliebt ist die 50 Euro-Note.

Die Bundesbank hat im Jahr 2010 rund 60.000 falsche Euro-Banknoten registriert. Die Zahl der Fälschungen ist damit gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent gestiegen. Rein rechnerisch entfallen somit pro Jahr sieben (Vorjahr: sechs) falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, teilte die Bundesbank am heutigen Montag mit.

Der durch Falschgeld verursachte Schaden habe sich im Vergleich zum Vorjahr von 3,1 auf 3,4 Millionen Euro erhöht. Zurückzuführen sei der Gesamtanstieg im vergangenen Jahr vor allem auf die Entwicklung in den ersten sechs Monaten. Im zweiten Halbjahr wurden dagegen mit 26.298 falschen Euro-Banknoten rund 22 Prozent weniger Fälschungen registriert als im ersten Halbjahr.

Weniger Blüten in der zweiten Jahreshälfte

„Der Anstieg der falschen Euro-Banknoten im Jahr 2010 ist unerfreulich. Deutschland steht aber im europäischen Vergleich nach wie vor gut da", betont Helmut Rittgen, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Deutschen Bundesbank. „Den rückläufigen Trend in der zweiten Jahreshälfte werte ich zudem als ermutigendes Zeichen", so Rittgen weiter.

Besonders stark zugenommen haben im Jahr 2010 Fälschungen der 50 Euro-Note, knapp 60 Prozent aller Blüten sind falsche 50er-Noten. Die Anzahl der Fälschungen der anderen Stückelungen ist hingegen rückläufig.

„In unseren Schulungen zeigen wir, dass falsche Euro-Banknoten schnell und sicher erkannt werden können. Dieses kostenlose Angebot, das sich insbesondere an den Handel und die Banken richtet, stieß auch 2010 wieder auf reges Interesse", führt Rittgen aus.

Im Jahr 2010 wurden rund 67.400 falsche Münzen im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt. Im Vorjahr lag das Aufkommen noch bei rund 78.500 falschen Münzen. Damit kommen in Deutschland auf 10.000 Einwohner pro Jahr rund acht falsche Münzen.

Falsche Banknoten erkennen

Banknoten sollten stets aufmerksam geprüft werden, denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz, warnt die Zentralbank. In die Prüfung sollten mehrere Sicherheitsmerkmale einbezogen werden, denn die Sicherheit der Euro-Banknoten liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale:

  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind z.B. erhabene Teile des Druckbildes (Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand) zu fühlen.
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 Euro) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.
Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich heranzuziehen, etwa eine Banknote, die von einem Geldausgabeautomaten ausgezahlt wurde.