Markenartikler tun sich mit der gelungenen Webshop-Darstellung immer noch schwer. Soll die Marke glänzen? Soll die Gestaltung dem Abverkauf nutzen? Hier einen Kompromiss zu finden, gleicht vielfach der Quadratur des Kreises. Erst recht, wenn die Marke mit einem Premium-Anspruch daherkommt. Bogner glaubt zusammen mit der E-Commerce-Agentur mzentrale das Gleichgewicht gefunden zu haben. 

 

Es war vor allem der Schritt Richtung Responsive Design, der dem Webangebot einen neuen Schnitt verpasste. „Wir sind davon überzeugt, dass Mobile gerade auch als Trafficquelle für Premiumhersteller immer wichtiger wird. Deshalb war Responsive Design für uns ohne Alternative“, sagt Matthias Hanny, bei Bogner zuständiger Marketingleiter für Vertrieb E-Commerce.

Schon vor der Optimierung erreichte Bogner rund 20% der Zugriffe über mobile Endgeräte, allen voran via Tablets. Diesen Kunden bietet der Auftritt nun ein eleganteres Entree.

Plus an Flexibilität


Chic heißt häufig aber auch mehr Komplexität im rückwärtigen Bereich. „Wir haben bei der Umsetzung besonders darauf geachtet, dass die Wartung und Bedienbarkeit des Auftritts nicht verkompliziert wurde. Im Gegenteil: Wir konnten die Usability vereinfachen, ebenso die Pflege und Erweiterbarkeit des Shops“, sagt Sebastian Wernhöfer, Geschäftsführer der E-Commerce Agentur mzentrale.

Das dauert. Für die Responsive-Lösung darf man leicht die dreifache Entwicklungszeit veranschlagen, die für eine klassische Lösung beansprucht wird. „Dafür wird man mit einem deutlichen Plus an Flexibilität belohnt“, sagt Wernhöfer.

Branding plus Abverkauf


Beim Bogner Online-Shop, auf Magento-Basis entwickelt, wurde bei der Überarbeitung der Fokus vor allem auf die Markendarstellung der unterschiedlichen Bogner Kollektionen gelegt. Ein besonderer Spagat. Denn die Seite soll verkaufen und Produkt und Marke zusammenführen, durch die Inszenierung der Markenwelten das Brand-Image stärken. Hanny: „Es ist auch ein Kommunikationskanal für das Branding, der Inhalte, die bislang auf der Brand-Site waren in den Shop integriert.“

Da lässt sich nun eine klare Präsentation der Inhalte sehen, die mit emotionalen Bildern Lust zum Stöbern macht, ohne die Usability zu behindern „Wir haben den Look & Feel deutlich verbessert, aber die gewohnte Navigation beibehalten“, sagt Bogner-Mann Hanny. Liebevolle Detaillösungen wie eine Suchfunktion, die sofort erweiterte Vorschläge liefert, kommen hinzu.

Die verschiedenen Kollektionen werden dabei mit zusätzlichen Modulen und Inhalten wie Bewegtbild aufgewertet. Letztlich bietet Bogner damit zwei Einstiegswege zum Produkt. Einmal über den direkten Weg über die Shop-Navigation, zum anderen über das inspirierende Schaufenster der Kollektionen. Auch dort aber wird der Kunde wieder zum Produkt geführt.

Zielmarke 50 % Mobile

Mobile aber bleibt, trotz Responsive Design, so manches schmucke Teaser-Bild auf dem Desktop-Monitor, womöglich auf der Strecke. Da sei es dann wichtig, so Wernhöfer, Bilder so zu wählen und zu gestalten, dass die Aussage des Bildes auch auf dem kleineren Format erhalten bleibe. Das aber ist denn eher Geschmacksache und keine Frage der Technik.

Die Zielmarke für den mobilen Traffic legt Bogner nun höher an. In den kommenden 24 Monaten findet man einen mobilen Anteil von 50 % nicht unwahrscheinlich.