Die Zahl von Supermärkten in Citylagen wird nach Einschätzung von Friedhelm Dornseifer zunehmen. Der Verbraucher sucht persönliche Beratung, sagte der Präsident des Verbandes für Lebensmittelhandel.

"Das Interesse der Verbraucher geht vermehrt dahin, sich wieder in kleineren oder ortsnahen Einheiten zu versorgen", sagte der neue Präsident des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL), Friedhelm Dornseifer, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

"Die Großflächen auf der 'grünen Wiese' sind seit Jahren unter Druck. Der Trend geht dahin, dass die Versorgung wieder zu den Menschen kommt." Vor allem ältere Leute, Berufstätige und Singles nähmen sich oft nicht mehr die Zeit, zum Einkaufen für den täglichen Bedarf in ein Geschäft am Stadtrand zu fahren, sagte der Unternehmer aus dem sauerländischen Wenden. Hier liege eine gute Chance für selbstständige Kaufleute.

Packungsaufschriften reichen nicht

Einige Handelsketten haben in der jüngeren Vergangenheit bereits vermehrt in Wohngebieten von Großstädten kleinere Filialen eröffnet. Ein Schwerpunkt liegt dabei meist auf Fertig-Produkten im weitesten Sinne, um den veränderten Lebensbedingungen der Menschen entgegenzukommen.

In kleineren und mittleren Städten gehe es um ein Vollsortiment, denn in vielen Fußgängerzonen gibt es heutzutage keinen einzigen Lebensmittelladen mehr.
Auch die Rolle der Verkäufer als Ansprechpartner für die Kunden werde im Lebensmittelhandel wieder wichtiger, sagte Dornseifer.

"Viele Kunden wünschen sich mehr Beratung. Das hat auch mit Vertrauen zu tun", betonte der Verbandschef. Dies gelte keineswegs nur für ältere Menschen, sondern auch für ernährungsbewusste jüngere Leute. Über gesunde und ausgewogene Ernährung wollten die Kunden sich nicht nur durch Anzeigen und Packungsaufschriften informieren, sondern auch im Laden jemanden dazu fragen können.