1927 gründete Gustav Schickedanz das Versandhaus Quelle, das zu einem Weltkonzern heranwuchs. Heute ist das Unternehmen Geschichte, und die kann in der Ausstellung "Meine Quelle" besichtigt werden.

Gustav Schickedanz war schon früh erfolgreich: Er konnte mit seinem 1922 gegründeten Unternehmen, das den Einzelhandel der Region mit Kurzwaren belieferte, bereits nach wenigen Jahren große Erfolge verbuchen.

Doch erst als die Damen aus der Nachbarschaft bei ihm Waren bestellen wollten, ohne den Weg ins Geschäft zu gehen, wurde die Idee geboren, die aus Schickedanz' kleinem Unternehmen einen Weltkonzern machen sollte: 1927 gründete der Franke das Versandhandelsimperium Quelle. Inzwischen ist es zwar Geschichte - doch seine Geschichte ist inzwischen museumsreif.

Dem Museum Industriekultur gelang es, Teile des Firmenarchivs, eine umfangreiche Katalogsammlung und zahlreiche Quelle-Produkte vor dem Untergang zu bewahren.

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"An der Quelle einkaufen"

Die Ausstellung dieser Stücke verschafft den Besuchern einen Einblick in die Zeit, in der es noch als etwas Besonderes galt, wenn Waren bereits sechs Tage nach der Bestellung auf Reisen gingen.

Die Grundidee von Schickedanz war denkbar einfach: Die Menschen sollten "an der Quelle" kaufen können - und das äußerst preiswert. "Der Aufstieg war ihm sicher, denn das Konzept stimmte", sagte die Kuratorin der Ausstellung im Nürnberger Museum Industriekultur, Regine Franzke.

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Quelle wuchs über die Jahre zu einem Imperium mit Millionen Kunden auf der ganzen Welt heran. Doch so sollte es nicht ewig bleiben: Als sich in den 90ern das Kaufverhalten der Menschen mit der wachsenden Verbreitung des Internets änderte, konnte auch eine Fusion mit Karstadt nichts mehr retten.

Es folgte die Insolvenz. Nach spektakulären Rettungsversuchen stand am 20. Oktober 2009 endgültig fest, dass das Lebenswerk von Gustav Schickedanz zerstört ist. Heute gehört das Portal quelle.de zum einsitigen Wettbewerber Otto Versand.

Der Zeitgeist vergangener Jahrzehnte

Die Nürnberger Schau zeigt Quelle-Kataloge aus den Anfangsjahren und alte Werbefilme des Versandhauses die deutlich machen, welche Produkte die Herzen der Menschen in den 50er und 60er Jahren höherschlagen ließen.

Elektroroller, Nähmaschinen, Fotoapparate und Kühlschränke: Ausstellungsstücke aus der Geschichte des Konzerns lassen auch den Zeitgeist vergangener Jahrzehnte wieder aufleben.

Frühere Quelle-Mitarbeiter sind in die Ausstellung mit einbezogen worden. Rund 170 Porträtaufnahmen von ehemaligen Beschäftigten hängen an den Wänden. Darunter Briefe, in denen die Mitarbeiter schildern, wie sie die Veränderungen des Konzerns und seinen Niedergang miterlebten.

Zudem dokumentiert Fotograf Stefan Koch mit einer Foto-Reihe die Leere und Verlassenheit der einstigen Quelle-Räume nach dem Auszug der Belegschaft.

Bis zum 23. September ist die Ausstellung "Meine Quelle. Die Geschichte eines fränkischen Weltkonzerns" in Nürnberg zu sehen. Klicken Sie hier für eine Bildergalerie über die Geschichte von Quelle