Vor der Einführung der neuen A-Klasse aktualisiert Mercedes-Benz noch seinen jüngsten und seinen ältesten Geländewagen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sprüht vor Ehrgeiz: „Endlich wieder die Nummer 1 im Premiumbereich", hat der Top-Manager als Losung für sein Unternehmen ausgegeben. Im ewigen Dreikampf der süddeutschen Widersacher ist schließlich erst BMW und nun auch Audi an Mercedes-Benz vorbeigefahren. Auch auf dem heimischen Markt müssen die Stuttgarter ihre Vormachtstellung zur Zeit an BMW abtreten. Nach den ersten vier Monaten des Jahres liegen die Bayern mit 93.385 Zulassungen vor den Schwaben (91.389).

Zur Rückkehr auf den Thron soll eine in der langen Unternehmensgeschichte wohl beispiellose Produktoffensive verhelfen. Die vielversprechend gestartete B-Klasse machte im vergangenen Jahr den Anfang, 2012 steht die Einführung der A-Klasse als Highlight an.

A-Klasse soll mit 3,8 Liter auskommen

In Stuttgart steigt die Spannung: Nach dem Messedebüt im März in Genf streuen die Mercedes-Marketingstrategen in bester „Salami-Scheibchen-Manier" nun die Informationen zum neuen Modell, um die Käuferlust bis zum Marktstart im September zu entfachen.

Einen besonders sparsamen Diesel mit 80 KW/109 PS und einem Normverbrauchswert von 3,8 Litern aus der Kooperation mit Renault wird es geben, der 125 kW/170 PS-Top-Selbstzünder (4,3 Liter) erfüllt bereits die für 2014 gültige EU 6-Abgasnorm und das bewährte Siebengang-Automatikgetriebe, eine Daimler-Eigenentwicklung, hält nun auch in der A-Klasse Einzug.

Der im Gegensatz zu seinem Vorgänger deutlich sportlicher und dynamischer gezeichnete Kompaktwagen eröffnet auch in diesem Segment den Dreikampf mit der Münchner 1er-Baureihe und dem Ingolstädter A 3 neu. Eine ausführliche Vorstellung dieser drei Fahrzeuge sowie die Antwort auf die Frage was die Wettbewerber Neues zu bieten haben, lesen Sie in der großen Übersicht über die Kompaktklasse in der Juli-Ausgabe von Der Handel.

Weitere Neuheiten in diesem Jahr

Die neue A-Klasse ist für Mercedes-Benz zwar die wichtigste Neueinführung in diesem Jahr, doch die Schwaben greifen auf breiter Front an: Das viertürige Oberklassen-Coupé CLS wird um eine ebenfalls stark designorientierte Kombiversion ergänzt und der mächtige Geländewagen GL erfährt eine Renovierung.

Zuvor bekommen auch noch das jüngste SUV-Familienmitglied, der 2008 eingeführte GLK, und sein Urgroßvater, die nach 33 Jahren Bauzeit offensichtlich immer noch unverwüstliche G-Klasse, eine Frischzellenkur.

Zwei GLK-Motoren erfüllen bereits die Euro 6-Norm

Foto: Mercedes-Benz
Foto: Mercedes-Benz
So spendieren die Schwaben dem Softgeländewagen GLK zum Verkaufsstart am 29. Juni eine neue Armaturentafel, zahlreiche Assistenzsysteme und ab dem dritten Quartal mit dem 220 CDI (125 kW/170 PS) und dem 250 CDI (150 kW/204 PS) auch zwei Dieselmotorvarianten, die dank Harnstoffeinspritzung bereits die EU 6-Norm erfüllen.

Auf ersten Testkilometern hinterließen beide Motoren in Kombination mit dem nochmals optimierten Fahrwerk einen sehr harmonischen Eindruck. Die Preisliste beginnt nunmehr bei 36.235 Euro.

G-Klasse - unverwüstlich und teuer

Davon ist die altehrwürdige G-Klasse, 1979 zunächst ausschließlich für den militärischen Einsatz konzipiert, auch in ihrer aktualisierten Fassung weit entfernt. Für den 155 kW/211 PS starken Sechszylinder-Diesel im G 350 werden mindestens 85.311 Euro fällig. Besonders für zahlungskräftige Scheichs und Oligarchen hält der Haustuner AMG auch einen Achtzylinder-Benziner (400 kW/544 PS) für 137.504 Euro bereit.

Und weil es einer handverlesenen Kundenzahl gar nicht teuer genug sein kann, steht als automobiler Anachronismus auch ein Zwölfzylinder mit 450 kW/612 PS und einem Normverbrauch von unzeitgemäßen 17 Litern in der Preisliste - für 264.180 Euro. Der derzeit teuerste Mercedes-Benz-Pkw.

Dafür macht der automobile Veteran nun immerhin auch mit LED-Tagfahrleuchten, den aus den anderen Modellen bekannten Assistenzsystemen und dem aktuellen Navigationsbildschirm im iPad-Design inklusive Internetzugang auf Modern.

Bernd Nusser