Der trendige A-Klasse-Ableger GLA steht als Synonym für die modernisierte Modellpalette von Mercedes-Benz und beweist im Praxistest seine Vorzüge. Weitere Geländewagen folgen in Kürze.

Eine gewisse Genugtuung konnte Dieter Zetsche in der vergangenen Woche bei der Vorstellung der Daimler-Zahlen für 2014 nicht verhehlen: "Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis" hatte der Konzern-Vorstandsvorsitzende und Chef von Mercedes-Benz zu verkünden.

"Diese Fortschritte sind das Resultat konsequenter Arbeit. Und sie gründen auf Entscheidungen, die wir vor Jahren getroffen und seither erfolgreich umgesetzt haben", ergänzte der 61-Jährige. Ein kräftiger Seitenhieb auf all die Kritiker, die den smarten Manager noch vor gar nicht allzu langer Zeit aus dem Amt drängen wollten.

Modernisierung der Modellpalette

Besagte "Entscheidungen" beziehen sich vor allem auf die notwendige Modernisierung und Verjüngung der Modellpalette des ältesten Automobilherstellers der Welt. Ein Synonym dafür ist der GLA: kompakte Abmessungen, moderne, hochwertige Inneneinrichtung - und vor allem eine Optik, die zu einem Geländewagen passt.

Damit liegt der vor knapp einem Jahr vorgestellte Wagen voll im Trend. Die Marktbeobachter von Dataforce bescheinigen dem Modell eine besonders hohe Eroberungsquote. Schließlich sind sogenannte Sports Utility Vehicles (SUV) aktuell die Wachstumstreiber in der Automobilszene schlechthin. 2014 lag das Segment mit 20,6 Prozent im Plus. Der Anteil am Gesamtmarkt stieg im vergangenen Jahr bei 296.714 Zulassungen auf 9,8 und im Januar auf 10,2 Prozent.

2015 "Jahr der SUV"

Tendenz weiter steigend. Mercedes-Marketingchef Ola Källenius, unlängst in den Vorstand berufen und bereits als heißer Kandidat auf die Zetsche-Nachfolge gehandelt, hat zwar vor allem für sein Unternehmen aber stellvertretend auch für die gesamte Branche "das Jahr der SUV" ausgerufen und verkündet nach der Januar-Bilanz stolz: "Wir haben 2015 mit einer Absatzsteigerung von 37 Prozent in diesem Segment begonnen." Die überarbeitete M-Klasse, die künftig das Kürzel GLE trägt und darüber hinaus auch noch ein Coupé erhält, sowie der neue GLK (künftig: GLC) dürften die Verkäufe tatsächlich weiter ankurbeln.

Das gilt auch für den kleinsten Offroader im Portfolio, den GLA. In nur neun Verkaufsmonaten seit dem Händlerdebüt setzte Mercedes-Benz allein in Deutschland 14.539 Fahrzeuge ab. Damit wurde die "A-Klasse im Outdooroutfit" auf Anhieb zum meistverkauften Geländewagen der Marke.

Für Dienstfahrten abseits des Asphalts

Und als 200 CDI mit Dieselmotor und dem Allradantrieb "4Matic" verdient sich der 4,42-Meter-Viertürer auch das "G" im Namen. Bei Eis und Schnee sorgt das System für optimale Traktion und dank erhöhter Bodenfreiheit und Unterfahrschutz geht die Dienstfahrt auch abseits des Asphalts weiter.

Allerdings sollten Kunden vor der Fahrzeugbestellung sorgsam ihren tatsächlichen Allradbedarf ermitteln. Gegenüber dem frontgetriebenen 200 CDI mit 100 kW/136 PS werden stolze 4.400 Euro Aufpreis fällig - wenigstens inklusive der dann serienmäßigen Siebengang-Doppelkupplungsautomatik, die ansonsten mit 2.165 Euro zu Buche schlägt.

Hoher Listenpreis, teure Zusatzausstattung

Überhaupt ist das Firmenwagenbudget rasch ausgereizt. Zum Listenpreis von 36.806 Euro gesellen sich schnell einige weitere Tausender Aufpreis, etwa für die Ausstattungslinien "Style" (1.130 Euro), "Urban" (1.844 Euro) oder "AMG-Line" (3.272 Euro). Jede Menge Zusatzpakete, darunter ein spezielles Flottenangebot, stehen zur Wahl. Navigation (3.510 Euro), Xenon-Scheinwerfer (ab 1.005 Euro), Klimatisierungsautomatik (606 Euro) und die Assistenzsysteme zur Abstandskontrolle oder zum elektronischen Einparken treiben den Gesamtpreis weiter in die Höhe. 50.000 Euro sind schnell erreicht. Viel Geld für ein Fahrzeug der Kompaktklasse.

Immerhin bescheinigen die Marktbeobachter des Fahrzeugbewertungsunternehmens Schwacke dem GLA hohe Wertbeständigkeit. Nach einer aktuellen Prognose erziele der kleine Schwabe in vier Jahren den höchsten Restwert im Segment, so die Experten aus Maintal nahe Frankfurt.

Argumente für den Arbeitsalltag

Und für den Arbeitseinsatz bietet die Trekkingversion der A-Klasse einiges: Die Fahrgäste auf der Rückbank genießen etwas mehr Kopffreiheit, der ebene Kofferraum fasst nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen 1.235 Liter Volumen, der Tankinhalt beträgt beim Allradmodell 56 statt 50 Liter, das Fahrwerk ist spürbar komfortabler ausgelegt und mit 1.800 Kilogramm Anhängelast (Vorrichtung inklusive elektronischer Stabilisierung 940 Euro) empfiehlt sich der GLA auch als Zugfahrzeug.

Weitere Fahrberichte zu Dienstwagen mit Allradantrieb finden Sie in der aktuellen Februar-Ausgabe von Der Handel. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier.

Bernd Nusser