In ihrer Rede beim Deutschen Handelskongress hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, den Einzelhandel nicht mit zu vielen Vorschriften zu belasten.

"Wir wollen Produktvielfalt. Uns ist es lieber, der Kunde hat die Qual der Wahl, als dass durch Werbeverbote und sonstiges dauerhaft irgendwas eingeschränkt wird", sagte Merkel in Berlin.

Mit Blick auf die Kennzeichnung von Lebensmitteln fügte die Kanzlerin hinzu, auch die Frage, "was ist gut und was ist schlecht", müsse "nicht überall mit Riesenampeln festgelegt sein - ich bin da außerordentlich vorsichtig".

Merkel wandte sich gegen neue Berichtspflichten für Arbeitgeber, wie sie derzeit in der EU-Kommission diskutiert werden. Deutschland lehne dies ab. Die EU sollte sich darauf konzentrieren, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, sagte die Kanzlerin.

Bundeskanzlerin lobt den "ehrbaren Kaufmann"

Angesichts von Finanzmärkten "außer Rand und Band" sollte sich der Einzelhandel treu bleiben: "Was sich bei Ihnen nicht ändern darf, ist das Bild des ehrbaren Kaufmanns", sagte Merkel vor den Branchenvertretern.

Der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, bekannte sich zum EU-Binnenmarkt und zum Euro, der "zu deutlich messbaren Erfolgen geführt" habe.

Das Konsumklima in Deutschland sei bislang stabil. Wenn aber das Vertrauen der Verbraucher schwinde, hätte darunter besonders der Einzelhandel zu leiden, sagte Sanktjohanser.