Angela Merkel als Konsumentenschützerin: Auf dem Verbrauchertag kritisierte die Bundeskanzlerin die Talfahrt der Milchpreise und forderte mehr Datenschutz.

Derzeit seien mit Sicherheit "viele unfaire Preise im Spiel", sagte Merkel beim Deutschen Verbrauchertag in Berlin.

Die Kanzlerin gab sich verbraucherfrundlich und forderte auch verständlichere Informationen bei Produkten. Sie will sich darüber hinaus für mehr Datenschutz bei Adressen und eine bessere Finanzberatung einsetzen.

Merkel eröffnete die Veranstaltung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, die "mehr Schutz für Familien im Konsum-Alltag" forderte.

Überforderte Verbraucher

Bei rund 2.600 Anbietern von Telekommunikationsdiensten, 15.000 Stromtarifen oder 11.000 ambulanten Pflegediensten seien Familien nicht nur gefordert, sondern zunehmend auch überfordert, sagte Verbandschef Gerd Billen. „Verbraucher sein nimmt für Familien die Dimension eines Vollzeitjobs an."

Billen appellierte an Bund, Länder und Kommunen, die Zahl der Beratungsstellen von derzeit 190 auf rund 400 zu verdoppeln. Als Begründung erklärte er, durch die Wirtschaftskrise müssten die Bürger ihre finanzielle Situation noch sorgfältiger durchdenken.

dpa / DH