Trotz Krise erzielte die Messe Frankfurt 2009 einen Gewinn. Damit das in Zukunft so weiter geht, investiert der Veranstalter in die Segmente Mode und Sicherheitstechnologie.

Ab dem heutigen Donnerstag hat die Messe Frankfurt nur noch drei Geschäftsführer - oder besser gesagt, dreieinhalb: Denn während der unter anderem für die Konsumgütermessen zuständige Dr. Michael Peters aus dem Gremium ausscheidet und der Posten nicht neu besetzt wird, installiert der neue Vorsitzende der Messegeschäftsführer Wolfgang Marzin einen "erweiterten Kreis der Geschäftsführung".

Dort wurde mit sofortiger Wirkung Stephan Buurma aufgenommen, Managing Director der Asia Holding. Das Auslandsgeschäft im Allgemeinen und das Asiengeschäft im Besonderen wird für die Messe immer wichtiger, ist Marzin überzeugt.

Gewinn im Krisenjahr

Die Messe Frankfurt steht wirtschaftlich ganz gut da: "Mit rund 424 Millionen Euro Umsatz hat der Konzern ein sehr gutes Resultat erreicht und das Niveau des Vergleichsjahres 2007 gehalten", sagte Wolfgang Marzin auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns.

"Die Messe Frankfurt hat in der Krise nicht resigniert, sondern investiert: in Veranstaltungen, in Märkte, in unser Messegelände und in unser Personal", betonte der neue Messechef. 2008 lag der Umsatz jedoch etwas höher - bei 440 Millionen Euro. 

Mit einem Ergebnis vor Ertragssteuern von 36,6 Millionen Euro erzielte das Unternehmen abermals einen Gewinn. Der Konzern-Jahresüberschuss lag bei 23,4 Millionen Euro, wovon die Anteilseigner – die Stadt Frankfurt hält 60 Prozent und das Land Hessen 40 Prozent – einen ordentlichen Batzen abbekommen dürften.

Ein Fünftel des Umsatzes kommt aus dem Ausland

Der Auslandsumsatz summierte sich 2009 auf 89,6 Millionen Euro, das entspricht einem guten Fünftel des gesamten Konzernumsatzes. Die Tochtergesellschaften in Asien trugen dazu mit rund 53 Millionen Euro den Hauptanteil bei.

Weltweit hat die Unternehmensgruppe Messe Frankfurt 91 Messen und Ausstellungen veranstaltet. Insgesamt beteiligten sich rund 63.400 Aussteller und 3,85 Millionen Besucher an den Veranstaltungen des Konzerns. In Frankfurt fanden 31 Messen und Fachausstellungen statt, darunter 14 konzerneigene Veranstaltungen.

Erfolgreiches erstes Messehalbjahr 2010

"Wir können bei fast all unseren Eigenveranstaltungen ein Wachstum über der Marktentwicklung verzeichnen", freute sich Wolfgang Marzin über den Verlauf des ersten halben Jahres 2010. Auch die Gastveranstaltungen, Kongresse und Events seien so "dicht" gebucht worden, "wie das Unternehmen sie noch nie erlebt hat", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung.

2010 habe die Messe Frankfurt durch eine Reihe von Investionen in neue Messen, Allianzen und Kooperationen strategische Eckpfeiler gesetzt: "Dazu gehört beispielsweise die Kooperation mit Spaniens größtem Messeveranstalter, der International Feria de Madrid zur gemeinschaftlich angebotenen Motortec Automechanica Ibérica", führte Marzin aus.

In Russland wurde mit OWP Ost West Partner eine Partnerschaft eingegangen, so dass Russlands größte Lichtmesse künftig unter dem Namen Interlight powered by Light+Building firmiere.

Ethical Fashion Show

Außerdem hat die Messe Frankfurt die Ethical Fashion Show in Paris übernommen. Dabei handelt es sich um eine Messe für "ethische Mode", die sich mit der ökologischen, sozialverträglichen und nachhaltigen Modeproduktion befasst.

Durch die Übernahme hat die Messe Frankfurt, die mit 31 Textilmessen rund um den Globus Weltmarktführer ist, ihr Portfolio um ein neues, wachstumsstarkes Segment erweitert. Außerdem eröffnet sich die Chance, ins Konfektionsgeschäft einzusteigen.

"Damit deckt die Messe Frankfurt jetzt weltweit die komplette Wertschöpfungskette im Textilmessenbereich ab", erläuterte Marzin.

Als weiteres Thema habe das Unternehmen die Sicherheitstechnik identifiziert, mit dem die Messe weltweit Märkte besetzen will. Für das Geschäftsjahr 2010 erwartet die Messe Frankfurt einen Umsatzanstieg auf das Niveau des Geschäftsjahres 2008.