Es kommen zwar immer weniger Kinder zur Welt, für sie wird aber ordentlich Geld ausgegeben. Die Branche zeigt auf einer Messe in Köln Neues rund um Möbel, Mode und Spielzeug für die lieben Kleinen.

W-Lan fürs Babybett: Mit einem WiFi-basierten Videomonitor können Eltern sich demnächst Bilder von ihrem Baby aufs iPhone holen. Das verspricht ein britischer Hersteller auf der internationalen Messe für Baby- und Kleinkindausstattung "Kind+Jugend" in Köln, die noch bis zu diesem Sonntag geöffnet hat.

Das Minigerät solle binnen drei Monaten auf den deutschen Markt kommen und diene der Sicherheit. Sicher und bequem mag es der Verbraucher. Und das schreiben auch die fast 940 Aussteller aus 46 Ländern beim Geschäft mit Kindermöbeln, Bekleidung oder Spielwaren für die Kleinsten entsprechend groß.

So enthält ein neuer Mini-Rucksack für Reisen im Flugzeug einen aufblasbaren Sitz fürs Baby, der auch zum Bettchen umgewandelt und mit einem Anschnallgurt gesichert wird. Mit einem neuartigen Kindersitz fürs Autos wirbt ein kanadisches Unternehmen: Der Gurt werde unter und hinter dem Sitz befestigt und zusätzlich per Knopfdruck fixiert, um den Nachwuchs optimal zu schützen.

Puppenmarkt wiederbeleben

Die Bühne in Köln gehört seit Donnerstag auch den Spielwaren. Angesagt ist Spielzeug mit elektronischen Effekten, meint die Branche. Spielt noch jemand mit Puppen? Ja, bedingt, sagt Andrea Christenson, Inhaberin von Käthe Kruse - einem der ältesten Puppenunternehmen Deutschlands.

"Die Ansprüche der kleinen Mädchen haben sich geändert, deshalb haben wir Marie Kruse entwickelt, mit der die Mädchen Mode machen können", sagt sie. Aus vorgenähten Stoffballen können die Kids Kleider, Leggins oder Pullover für ihre Puppe einfach ausschneiden. Mädchen könnten kreativ sein, ihr Mode-Interesse nutzen - und so dem klassischen Puppenspiel erhalten bleiben.

Neu bei den Kinderwagen ist eine Kombination aus zwei jeweils drehbaren und abnehmbaren Sitzen - alles leicht zusammenzuklappen. Ein drittes Kind kann noch auf einem seitlichem Kiddy Board mitfahren.

Weniger Kinder, mehr Ausgaben pro Kind

Allerdings gibt es nur wenig kinderreiche Familien. Es kommen immer weniger Babys zur Welt. 2011 gab es mit nur noch knapp 662 700 Neugeborenen einen historischen Negativrekord in Deutschland.

"Die Geburtenzahlen sind zwar rückläufig, aber es werden höhere Investitionen getätigt pro Kind. Vor allem die zum Teil wohlhabenden Großeltern sind zu hohen Ausgaben bereit", weiß Martin Kröger vom Möbelhersteller Herlag. Bei Kinderwagen und Möbeln sehe er einen Trend zu höheren Preisen, die auch gezahlt würden.

Das scheint teilweise auch für Bekleidung zu gelten. Mit Bio-Wäsche vom Strampler bis zum Kleid für die stillende Mutter will Diana Fransen aus England punkten. Ob das auch für die präsentierten Taucheranzüge in Säuglingsgröße oder Töpfchen im Schneckendesign gilt, bleibt jedoch fraglich.

Yuriko Wahl-Immel, dpa