Wie erwartet ist Mark Frese zum Finanzvorstand der Metro aufgestiegen. Vorstandsmitglied Joël Saveuse bekommt neue Arbeitsschwerpunkte - der Verkauf von Kaufhof verzögert sich allerdings.

Der Handelskonzern Metro setzt seinen Sparkurs und den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof mit Spitzenmanagern aus den eigenen Reihen fort. Neuer Finanzvorstand wird zum 1. Januar 2012 Mark Frese, teilte die Metro AG am Freitag in Düsseldorf zu einer Aufsichtsratssitzung mit.

Frese ist derzeit Finanzchef der Metro-Großhandelstochter in Europa und gehört dem Konzern bereits seit 17 Jahren an. Er wird Nachfolger von Olaf Koch, der zum 1. Januar zum Vorstandsvorsitzenden der Metro AG aufsteigt. Der bisherige Konzernchef Eckhard Cordes verlässt das Unternehmen zum Jahresende.

Notwendige Kontinuität

Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel betonte, dass Frese schon große Erfahrung im Konzern und bei seinen Töchtern gesammelt habe. "Die zügige interne Besetzung dieser Position bringt zudem die notwendige Kontinuität in der aktuell herausfordernden Situation für die Metro Group", erklärte Haniel in einer Mitteilung.

Vor seiner derzeitigen Aufgabe war Frese Bereichsleiter Controlling der Metro AG. Von 2004 bis 2009 arbeitete er in gleicher Rolle bei Kaufhof.

Außerdem habe der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Vorstandes einige Zuständigkeiten neu verteilt: Vorstandsmitglied Joël Saveuse wird sich demnach auf um die Lebensmitteltochter Real konzentrieren. Bisher war er auch für die Metro-Großhandelstochter in Europa zuständig. Diese Aufgabe übernimmt Vorstandsmitglied Frans Muller, der künftig für die Großhandelstochter weltweit verantwortlich ist.

Kaufhofverkauf wohl erst 2012

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Cordes galt Saveuse mit seiner Handelserfahrung zeitweise als ein aussichtsreicher Kandidat. Zu einer Kampfkandidatur gegen sein ebenfalls chancenreichen Koch kam es aber nicht. Die Entscheidung für Koch wird in Branchenkreisen als auch eine Richtungsentscheidung gesehen für die Fortsetzung des bisherigen Kurses. Dazu gehört die angestrebte Trennung von Kaufhof.

Der Verkauf der Warenhaustochter wird in diesem Jahr nicht mehr zustande kommen. Der Aufsichtsrat der Metro fällte am Freitag noch keine Entscheidung, welcher Interessent das Tochterunternehmen Kaufhof mit über 100 Häusern und mehr als 20.000 Mitarbeitern bekommen soll.

Kaufwert etwa drei Milliarden Euro

In der Branche wird der Unternehmenswert von Kaufhof auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. Kaufhof erzielte 2010 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn von 138 Millionen Euro.

Die Metro veröffentlicht nicht, was ihre Töchter unter dem Strich verdienen. Neben mehr als 100 Warenhäusern und 16 Sporthäusern in Deutschland betreibt Kaufhof 15 Filialen in Belgien unter der Marke "Inno".