Metro-Chef Eckhard Cordes findet seinen Plan von der Verschmelzung der Warenhaustochter Kaufhof mit Karstadt nach wie vor gut. Bei Karstadt rüstet man sich für 2011 - mit einer bescheidenen Investitionssumme.

Auch nach dem Einstieg des Investors Nicolas Berggruen beim Warenhausbetreiber Karstadt wirbt der Düsseldorfer Handelsriese Metro weiter für eine "Deutsche Warenhaus AG".

Die Fusion der Metro-Tochter Galeria Kaufhof mit Karstadt biete die beste Zukunft für sichere Jobs, sagte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes der NRW-Ausgabe der "Bild"-Zeitung: "Ich bin für Wettbewerb ­am Ende wird sich das bessere Konzept durchsetzen."

Metro sucht für Kaufhof einen Investor. Nachdem im vergangenen Herbst Berggruens Einstieg bei Karstadt gelungen war, galt die Idee einer Warenhaus AG zunächst als erledigt.

Der Eintritt in die Warenhaus AG sei aber kein Zwang für Metro, betonte Cordes. "Wenn es nicht klappt, können wir sehr gut alleine weitermachen." Kaufhof habe zuletzt "ein Rekordjahr nach dem anderen" erlebt. So sei das Geschäft von Januar bis September 2010 besser gelaufen als im Vorjahr.

Höhere Investitionen in Asien

In Asien will Metro in spätestens drei Jahren schwarze Zahlen schreiben. "Bis Ende 2013 wollen wir mit jedem Land in Asien profitabel sein", sagte Cash-&-Carry-Chef Frans Muller dem "Handelsblatt". Bislang lieferte nach Angaben der Zeitung keines der asiatischen Länder, in denen Metro mit seinen Cash-&-Carry-Märkten vertreten ist, Gewinne ab. Indien, Japan, Pakistan, Vietnam und China, so sei zuletzt den HGB-Bilanzen der Einzelgesellschaften für 2009 zu entnehmen gewesen, schrieben rote Zahlen.

Für die Expansion bewilligte der Metro-Aufsichtsrat erstmals wieder deutlich höhere Summen als in den Vorjahren. Bis zu 800 Millionen Euro könnte der Konzern 2011 in mehr als 40 neue Cash-&-Carry-Märkte stecken, sagte Muller. Rund zwei Drittel sollten in die GUS-Schwellenländer und nach Asien fließen. Angesichts der Wirtschaftskrise hatte Metro zuletzt die Investitionen stark gedrosselt.

Jennings stellt sich den Karstadt-Kollegen vor

In der Essener Karstadt-Zentrale hat sich noch im alten Jahr der neue Geschäftsführer Andrew Jennings den Mitarbeitern bekannt gemacht - und soll dabei allenthalben angenehm aufgefallen sein. Der offizielle Dienstbeginn des Briten war am 1. Januar.

Gesucht wird bei Karstadt noch ein sogenannter "Chief Operating Officer", ein Mann fürs operative Geschäft also. Denn Jennings wird sich eher um die strategische Ausrichtung des Warenhauskonzerns kümmern. Zudem dürften seine mangelhaften deutschen Sprachkenntnisse die Arbeit im Tagesgeschäft erschweren.

Die "Lebensmittel Zeitung" berichtet, dass Karstadt im aktuellen Geschäftsjahr 27 vor allem lukrative Häuser renovieren will. Dafür seien etwa 75 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen. Das entspricht nicht einmal drei Millionen Euro pro Haus. "Luxus-Sanierungen wie in der Zeit vor der Insolvenz sind kein Thema mehr", zitiert das Blatt einen Karstadt-Manager.