Eckhard Cordes kritisiert abermals mit markigen Worten den Preiskampf im Einzelhandel. Am Ende würden die Zulieferer die Zeche zahlen, sagt der Vorstandschef von Metro - und verschweigt doch etwas.

2009 habe es einen geradezu "mörderischen Preiswettbewerb" gegeben, sagte Metro-Chef Eckhard Cordes in einem Interview mit dem Fernsehsender "n-tv" am Montag.

Im vergangenen Jahr gab es laut Cordes 14 Preissenkungsrunden im Lebensmittelhandel. Davon würden die Verbraucher zwar profitieren, aber zugleich "brutaler Druck" auf die Zulieferindustrie ausgeübt.

Preiskampf geht weiter - auch bei Metro

"Marktanteile hat im deutschen Handel durch Preissenkungsrunden noch niemand gewonnen", erklärte Cordes.

Was er verschweigt: Die Metro Group ist bei den Preiskämpfen im Lebensmittelhandel mit von der Partie. Zum Jahreswechsel senkte die Großhandelssparte Metro Cash&Carry "dauerhaft die Regalpreise für mehr als 500 Kernbedarfsartikel". In einer Presseerklärung vom 29. Dezember vergangenen Jahres teilte der Großhändler mit, die Preise um "bis zu 40 Prozent" zu reduzieren.

Die Discounter hatten Mitte Januar die erste Preissenkungsrunde im neuen Jahr eingeläutet. Betroffen waren vor allem Frühstücksprodukte, Nüsse und Pflanzenöl.

Auch Metro zählt zu den elf Handelsbetrieben, gegen die das Bundeskartellamt wegen des Verdachts auf unerlaubte Preisabsprachen ermittelt.