Die Metro AG durchlebt schwere Zeiten. Der Handelskonzern hat 2012 nur mit Mühe rote Zahlen verhindern können. Der Chef gibt für 2013 eine vorsichtige Prognose ab. Ein weiterer Stellenabbau ist zu erwarten.

Der Handelsriese Metro ist 2012 nur denkbar knapp einem Verlust entgangen. Nur Immobilienverkäufe bewahrten den größten deutschen Handelskonzern vor den roten Zahlen. Auch im laufenden Jahr ist kaum Besserung in Sicht. "Ich sehe nicht, dass wir Rückenwind kriegen", sagte Vorstandschef Olaf Koch am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Die wirtschaftliche Lage werde eher so bleiben wie sie ist.

Allerdings geht die Metro nach Auffassung von Koch durch verbesserte Sortimente, wachsende Internet-Geschäfte und schlankere Strukturen gestärkt aus dem schwierigen Jahr 2012 hervor.

In das bis Ende September laufende Rumpfgeschäftsjahr 2013 blickt Metro mit gemischten Gefühlen. Ein "moderates" Umsatzwachstum traut sich der Konzern zu, wobei Verkäufe und Währungseffekte nicht mit eingerechnet sind. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) wird es laut Metro nur durch erneute Immobilienverkäufe über die Vorjahresschwelle schaffen.

Sparen, sparen, sparen

Während für die Elektroniktochter Media-Saturn, die Real-Supermärkte und die Kaufhof-Warenhäuser ein stabiles Ergebnis erwartet wird, dürfte das Ergebnis der wichtigsten Konzerntochter, der Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, sinken.

Der Sparkurs inklusive Stellenabbau soll im Konzern weitergehen
. Eine Größenordnung der Arbeitsplatzverluste blieb Koch schuldig. Nennenswerte negative Sondereffekte wie in 2012 wird es laut Finanzchef Mark Frese in diesem Jahr nicht geben. Dennoch dürfte der Konzerngewinn nahe Null gehen. Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 fehlen die Einnahmen aus dem ertragsreichen Weihnachtsgeschäft, das das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2013/2014 der Metro AG bildet.

2012 - Jahr der schlechten Nachrichten

2012 war für die Metro kein gutes Jahr. Wegen der anhaltenden Kursschwäche verlor die Aktie ihren Stammplatz im Dax. Das schleppende Geschäft zwang den Konzern zu einer Gewinnwarnung. Es folgte die Herabstufung der Bonität durch die Ratingagenturen.

Zu spüren bekommt der Handelsriese die europäische Schuldenkrise am stärksten im Großhandelsgeschäft, dessen Ergebnis auch durch einen Umbau um gut ein Drittel einbrach. Auch die Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn schwächelten mit einer Halbierung des Ergebnisses. Beide Sparten waren 2012 zu umfangreichen Preissenkungen gezwungen.

Ein steigendes Ergebnis verzeichnete als einzige die Tochter Kaufhof, die ihren Umsatz annähernd stabil hielt. Ein Verkauf der Warenhäuser steht laut Koch derzeit nicht auf der Tagesordnung. "Der Kaufhof ist super." Die Warenhauskette habe Marktanteile im Textilbereich gewonnen und sei gestärkt aus der Krise hervorgegangen. "Das Warenhaus hat eine hervorragende Perspektive", betonte der Konzernchef.

Real gehört zur Metro

Festhalten will Koch auch an den deutschen SB-Warenhäusern von Real. "Real Deutschland ist Kernbestandteil von Metro. Da ist kein Fragezeichen dahinter", stellte er klar. Mit einem Umbau der Vertriebsnetze und verbesserten Angeboten soll die Tochter mehr Schlagkraft bekommen. Analysten sehen ohnehin geringe Chancen für einen Verkauf von Real Deutschland. Das Osteuropageschäft von Real hatte die Metro im vergangenen Jahr an den französischen Konkurrenten Auchan verkauft.

Eine Metro-Großbaustelle ist allerdings noch lange nicht geschlossen, denn. Der Machtkampf um Media-Saturn schwelt weiter: Metro-Chef Koch will den Streit mit Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals zwar am liebsten vom Tisch haben. Eine schnelle Einigung ist aber nicht in Sicht. "Es ist keine Frage, dass der Konflikt nicht gut sein kann für das Unternehmen und die Unternehmensbewertung", sagte Koch.

Der Streit hatte sich an der Frage entzündet, wer bei Media-Saturn das Sagen hat. Kellerhals besitzt zwar nur einen Minderheitsanteil an Media-Saturn, hat aber weitreichende Mitspracherechte. Die Metro wiederum pocht auf schnellere Entscheidungen im Beirat von Media-Saturn mit einfacher Mehrheit. Kellerhals hatte der Metro deshalb vorgeworfen, ihm damit die Vetorechte streitig zu machen und enteignen zu wollen.