Der Streit zwischen der Metro AG und dem Handelsverband HDE spitzt sich zu: Konzernchef Cordes weist die HDE-Forderung nach Steuersenkungen in scharfem Ton zurück.

Auf dem "Deutschen Kongress für Großhandel und Kooperationen" in Berlin widersprach Metro-Chef Eckhard Cordes am Donnerstag in scharfen Tönen dem Wunsch des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) nach Steuersenkungen.

"Ich weiß, dass ein Kollege aus dem Einzelhandel gestern Steuersenkungen gefordert hat", sagte Cordes auf dem Kongress, den der Verband des Groß- und Außenhandels (BGA) und der Zentralverband der Gewerblichen Verbundgruppen (ZGV) gemeinsam in Berlin veranstalten. Doch wer jetzt Steuerreduzierungen fordere sei "unehrlich".

Den Staat nicht in die Verschuldung treiben

Damit spielte Cordes auf die Äußerungen von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth an, der anlässlich der Herbstpressekonferenz des Verbandes niedrigere Steuern gefordert hatte.

"Es kann nicht in unserem Interesse sein, den Staat in eine höhere Verschuldung zu treiben", widersprach Cordes.  Gleichzeitig forderte er jedoch auch, dass die Steuern nicht erhöht werden: "Am Besten, man tut gar nichts."

Metro und HDE im Clinch

Cordes sagte, die Handelsunternehmen seien "nicht mit offenen Händen durch Berlin gelaufen" und hätten die Finanzkrise bislang ohne Staatshilfen und aus eigener Kraft überstanden.

Die Metro Group AG steht derzeit mit dem HDE auf Kriegsfuß und hat ein eigenes Büro in Berlin eröffnet. Laut Cordes muss sich die Handelsbranche "noch professioneller präsentieren". "Aus dem Leistungsriesen Handel müssen wir einen Wahrnehmungsriesen machen", so der Konzernchef.