Analysten begrüßen die Ankündigung der Metro AG, die insolvente Warenhauskette Karstadt "nicht um jeden Preis" zu übernehmen. Das beflügelt die Aktie der Düsseldorfer.

„Für uns bleibt es ökonomisch sinnvoll, unser Kaufhof-Netz mit weiteren guten Standorten anzureichern", sagte der stellvertretende Konzernchef Thomas Unger in einem Interview mit dem „Handelsblatt". Die Tochter Kaufhof könne aber auch ohne Karstadt weiter profitabel wachsen.

Diese Ankündigung kam bei den Aktien-Analysten gut an: Die Metro-Stammaktie war am Dienstag das gefragteste Papier im Leitindex Dax. Sie legte in der Spitze um gut 3 Prozent auf 39,29 Euro zu.

„Das ist zwar nicht neu und ziemlich unkonkret", sagte ein Börsianer zu den Ausführungen von Unger. „Allerdings wertet der Markt die Aussagen fast als Absage an Karstadt und ist erleichtert darüber, dass es wohl nicht einen weiteren Klotz am Bein gibt", erläuterte er. Ein weiterer Händler verwies auf neue Fantasie über einen möglichen Börsengang der Metro-Elektronikketten MediaMarkt/Saturn.

Vier Wochen bis zur Gläubigerversammlung

Die Metro hatte kurz vor der Pleite von Karstadt im Juni die Idee einer Deutschen Warenhaus AG ins Spiel gebracht. Dabei würden Kaufhof und rund 60 Karstadt-Filialen unter ein Dach kommen. Metro-Chef Eckhard Cordes machte aber schon im August deutlich, dass man dies nicht um jeden Preis wolle: „Wenn da jemand kommt, der ein paar Milliarden bezahlen will, sind wir sicher nicht dabei."

Ob die Gläubigerversammlung von Karstadt in der zweiten November-Woche eine Entscheidungen fällt, ist unklar. Der Insolvenzverwalter will zuvor mit der Belegschaft über einen Sanierungsplan sprechen.

Metro als Minderheitsgesellschafter?

Bei einer Zusammenlegung der Metro-Tochter Kaufhof mit einem Teil der Karstadt-Filialen ist dem Vernehmen nach auch denkbar, dass Metro als Minderheitsgesellschafter längere Zeit an Bord bleibt.

Analyst Robert Greil von der Bank Merck Finck geht davon aus, dass wahrscheinlich im kommenden Jahr die angepeilten Karstadt-Filialen übernommen werden sollen und dann die zusammengelegte Sparte 2011 verkauft wird.